Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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20 Dass David Oppenheim am Ende seines Lebens auch noch durch den berüchtigten Sabbatianer Löbele Prossnitz Verdruss hatte, dass er auch — allerdings in geringem Masse — in den Emden-Eibenschützstreit hineingezogen wurde, ist bei Löwenstein (a. a. 0. X.) berichtet. Oppenheim erblindete in seinen letzten Jahren und starb 72 Jahre alt, am 7. Tischri 1736. Juden und Judentum erlitten mit seinem Tode einen unersetzlichen Verlust, denn er war, wie kaum ein Zweiter Wohltäter im grössten Stile, ein Gelehrter von Weltruf, ganz besonders Förderer und Mäzen der jüdischen Gelehrten und der jüdischen Wissenschaft und, was vielleicht praktisch am meisten in die Erscheinung trat, bei den hohen und höchsten Stellen des Landes sehr angesehen und von grossem Einflüsse. Uber seine Nachkommenschaft soll an anderem Orte gehandelt werden. Hier seien nur kurz seine Kinder, die alle der ersten Ehe entstammen, aufgezählt. (Vgl. auch Gronemann, Genealogische Studien). 1. Sein Sohn Joseph, verheiratet mit Tolze, der Tochter des kaiserlichen Oberhoffaktors Samson Wertheimer in Wien, war in jungen Jahren bereits Eabbiner in Holleschau. Er gab das Eabbinat bald auf, 1721 ist er bereits kaiserlicher Faktor in Hannover. Wie sein Vater ein eifriger Förderer der Gelehrten und der Wissenschaft, war er ein würdiger Erbe der grossen Bibliothek seines Vaters. Er starb kurz nach seinem Vater am 16. Tamus (21. Juli) 1739. 2. Seine Tochter Sara war vermählt mit Chajim Jona Teomim Fränkel, dem Sohne des Eabbiners Josua Feiwel Teomim Fränkel von Sülz und Przemysl. Sie war in der jüdischen Literatur wohlbewandert und schrieb eine Estherrolle über deren rituelle Zülässigkeit in einem Eesponsum Oppenheims diskutiert wird.*) Sie starb im Alter von 18 Jahren am 20. Elul (22. Oktober) 1713 in Eger* 2), wo sie nach Kaufmann und Löwenstein Heilung von einer tückischen Krankheit erhoffte. Sie liegt in Königswart begraben. Ihre Grabschrift lautet: .פה טמונה אשה השובה, והסירה הרכה והענוגה, בת ה׳יי שנים נהפך לתוגה, מרת שרה בת הנאון המפורסם מוה״רר דוד אופנהיים אב״ד ור״מ ף Das Eesponsum veröffentlicht von dem Schüler Oppenheims, K. Meir Pereis, an den es gerichtet ist, in seinem Megillat Sefer Prag 1710. s. auch שו״ח תשובה מאהבה 69111. 2) Richtiger wohl bei Duschinski a. a. 0. S. 82, dass sie in Marienbad Heüung suchte«