Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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18 Kreis angestellt. ף Dass Oppenheim auch innerhalb Prags mancherlei Widerstand fand, geht aus dem oben zitierten Ansuchen an das Kgl. Ober Gericht hervor־, in manchen Kreisen mag auch die häufige Abwesenheit Oppenheims von Prag verstimmt haben.* 2) Als Zeichen von Gegnerschaft wird es auch gewöhnlich gedeutet, wenn in dem Streite Abraham Brodas mit den rabbinischen Mitgliedern der Familie Spiro über die Zulässigkeit der Wiederverehelichung der Mutter eines weniger als 24 Monate alten Kindes, Oppenheim, der Prager Oberrabbiner ganz übergangen wird, dagegen R. Zebi Aschkenasi in Altona zur Entscheidung angerufen wird, es sei denn, dass man mit Klemperer3) annehmen will, dass Oppenheim zu dieser Zeit (1708), wie so häufig, verreist war. Als Opfer seiner Gutmütigkeit und seines fanatischen Eifers, Literatur und Literaten zu fördern, geriet er auch 1711 in Beziehungen zu dem nach Prag gekommenen sabbatianischen Emissär Nechemia Chajun, der hauptsächlich von seinem Sohne Joseph viele Förderung erfuhr.4) Dies zusammen mit der Tatsache, dass der am Versöhnungstage 1725 in allen Prager Synagogen verlesene Bannfluch gegen die Sabbatianer wohl die Unterschrift Jonathan Eibenschütz■, des damaligen Rabbinatsassessors, nicht aber die Oppenheims trug, wurde zum Anlasse mannigfacher späterer (nicht zeitgenössischen)Verdächtigung. Doch hat schon Klemperer in seinem חיי יהונתן überzeugend nachgewiesen, dass Oppenheim damals nicht in Prag war.5) Dass das Verhältnis Eibenschütz’ zu Oppenheim kein gutes war, geht nicht nur aus der von Klemperer und Löwen stein angeführten einzigen Stelle hervor, in der Eibenschütz Oppenheim erwähnt und sehr scharf gegen seine Ansicht auftritt, sondern auch aus den aktenmässig feststehenden Tumulten der jüdischen Studenten d. h. Bachurim i. J. 1722.e) Hier kann es sich wohl nur um die Schüler R. Jonathans handeln, der neben Oppenheim eine grosse Jeschiwa ג) Archiv d. Jüd. Gemeinde in Prag. *) Vgl. oben S. 12 Anm. 2. 8) Das Rabbinat in Prag, Pascheies, Volkskalender 1887, S. 129. 4) Klemperer a. a. 0.131. Loewenstein a. a. 0.10. Duschinski a. a. 0. S. 85. 8) Klemperer a. a. 0. 131. Löwenstein a. a. 0. 7. Ä) Vgl. hiezu Klemperer in seiner Biographie חיי יהונתן» die heute noch an widerlegt das ist, als was sie gedacht war, eine Ehrenrettung R. Jonathan Eibenschütz’.