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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 46

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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iö SO nahen Verwandten nicht besonders erwähnenswert. Dass ihm aber die Grandherrschaft von Eisenstadt die Entscheidung schwieriger religiöser Fragen innerhalb der Gemeinden ihres Bereiches Übertrag,1) dass David Oppenheim seine Rabbinatsassessoren (Dajanim) za diesem Zwecke nach Eisenstadt, Stampfen und Mattersdort entsendete, das zeugt von ganz besonderem Vertrauen aller Kreise. Das Vertrauen der Gesamtjudenheit äusserte sich ganz besonders darin, dass er zum Nassi ״Fürsten“ des heiligen Landes ernannt wurde am 1. Schebat (10. Januar) 1701,2) ein Titel, der mit viel Arbeit verbunden war, da sein Inhaber der Leiter des gesamten europäischen Hilfswerkes für die Juden Palästinas war, ein Titel übrigens, der, wie wir später hören werden, seinem Träger viel Unannehmlichkeiten brachte. 3) Unter diesen Umständen ist es wohl nicht zu verwundern, dass bald Bemühungen der grössten Gemeinden einsetzten, den gefeierten Gelehrten, der trotz seiner Jagend in der ganzen jüdischen Welt anerkannt war, für sich zu gewinnen. Von den uns bekannt gewordenen Berufungen ist die chronologisch erste, die der bedeutenden Gemeinde Brisk (Brzesz) in Litauen, die am 5. Kislew 1697 durch zwei Abgeordnete erfolgte. Ist auch schon durch diese Art der Übermittlung des Rabonusbriefes unwahrscheinlich, dass es sich dabei nur um eine formale Ehrung handelt, wie Steinschneider a. a. 0. annimmt, so wird dies noch unwahrscheinlicher, wenn man das Antwortschreiben4) Oppenheims vom 13. Nissan (25. März) 1698 näher ins Auge fasst. Dieser Brief von seinem Schüler Abraham, dem Sohne des damaligen Kalischer Rabbiners Jehuda ben Nissan, in Dessau gedruckt, enthält hauptsächlich die Bitte um Bedenkzeit. Oppenheim teilt darin mit, dass er sich eben zu einer Reise nach Deutschland zur Leipziger Messe anschicke, dass er bei dieser Gelegenheit auch die Gräber seiner Vorfahren in Frankfurt5) und Umgebung besuchen *) Duschinski a. a. 0. S. 18. *) Löwenstein a. a. 0. 6, Anm. 1. a) Vgl. den Anhang über einen langwierigen Prozess, der gegen Oppenheim in seiner Eigenschaft als Nassi des heiligen Landes angestrengt wurde. 4) Die photographische Reproduktion dieses Einblattdruckes danke ich Herrn Loewe in Oxford. s) Mit Frankfurt war er innig verbunden, er hatte dort ein Bethhamidrasch gegründet (Tow Roi.) Vgl. dazu auch Adler, Entwicklung des Schulwesens der Juden zu Frankfurt a. M. im 18. Jahrg. dss. Jahrb. S. 163.

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