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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 44

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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׳ ד׳ 8 Wilhelm von der Pfalz, Jesuitenzögling und Protector seines Kanzleibeamten, des berüchtigten Eisenmenger, bediente sich sehr gerne der guten und erspriesslichen Dienste der Juden; sein Hofagent war Aron Bär Oppenheim aus Frankfurt am Main, dessen jüngster Sohn Michael 1701 die zweite Tochter David Oppenheims, Blümele, heiratete. Wohl auf Veranlassung Aron Bars richtete er am 14. Dezember 1701 von seiner Residenz Düsseldorf ein Schreiben an den Fürsten Leopold von Dietrichstein, in welchem er sich über did nunmehrigen naben verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Oppenheimschen Häuser aussprach und rühmliche Lobesworte für ihre Familienhäupter zu finden wusste, und bat ״auch gedachten dero Schuzverwandten Rabiner, dessen guetes verhalten mir verschiedentlich angerühmt worden, Sich umb so mehr bestens recommendirt seyen und meines hiemit ablegenden Vorworts ihn gemessen lassen —a Der kalte, verschlossene und wortarme Kurfürst Georg Ludwig von Hannover, der seit 1698 die Herrschaft führte und später 1714 als König Georg I. den englischen Thron bestieg, konnte gar nicht genug Worte findeu, wenn es galt, seinen Kammeragenten den ״lieben getreuen Lefmann Behrens״ zu rühmen und ihm seine Gunst zu bezeugen. Auch David Oppenheim ging wie sein Schwiegervater am kurfürstlichen Hofe aus und ein, und obwohl er nicht landesansässig war, so hatte ihn Georg Ludwig doch in seinen Schutz genommen, was ihm bei seinen häufigen Reisen nach Hannover von besonderem Wert war. Georg Ludwig gab ihm eine Empfehlung an seinen neuen Landesherrn am 13. Jänner 1702, in der er erwähnt, dass Oppenheim seine vielfältigen Gnaden gerühmt, und weiter sagt: ״Mir ist nun solches zu vernehmen lieb, nicht allein weil er meines Hoff und Cammer Agenten und lieben getreuen Lefmann Behrens Schwiegersohn, sondern auch, weil er für seine person selbst gar guten Gerüchts ist, umb des willen ich ihn dann zugleich in meinen besonderen schütz auf gewisse massen zu denen Zeiten, wann er anhero reist, genommen und Euer Liebden ihn zu fernerer beharrlichen protection, hiemit aufs Beste recommendiere, dieselbe freund-oheimlich ersuchend, Sie belieben dieser meiner recommendation ihn bei Vorfallenheiten gedeyliehen Genuss empfinden zu lassen...“ Seine Beliebtheit bei den Grossen stellte Oppenheim wie seine ganze Person, sein ganzes Vermögen in den

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