Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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weise hervorragend als Rabbiner und Kaufleute wirkten. Sehr in Anspruch genommen wurde Oppenheim auch durch die vielen Gelehrten, die entweder zum Zwecke der Drucklegung ihrer eigenen Werke oder der anderer Autoren, seine moralische Unterstützung durch Approbation oder Empfehlung oder auch seine materielle erbaten. Ohne seine Förderung ist wohl Zeit seines Lebens in Mitteleuropa sehr wenig gedruckt worden. So sehr sich Oppenheim schnell Liebe und Verehrung in Nikolsburg erwarb und darüber hinaus in den seinem Landesrabbinat unterstellten Gemeinden, so hatte er doch mit Misshelligkeiten und Widersetzlichkeiten mancher Art zu kämpfen.1) Vorerst hatte er die Gegnerschaft des Rabbiners von Kremsier, der auch den Titel Landesrabbiner führte, R. Issachar Baer Frankfurter zu überwinden, und wenn auch der Anlass, bei welchem diese Gegnerschaft offen zu Tage trat, uns kleinlich scheint, muss er doch wohl aus grundsätzlichen Gründen sehr bedeutsam gewesen sein, sonst hätte wohl David Oppenheim nicht, weil Frankfurter die Versammlung der Landesdeputierten 1692 wider alles Herkommen an seinem Wohnsitze Kremsier abbalten lassen wollte, den Grundherrn von Nikolsburg, den Fürsten von Dietrichstein veranlasst, bei dem Fürstbischöfe zu Olmütz, der in Kremsier residierte, zu intervenieren. Und tatsächlich hatte er Erfolg, die Synode sollte in Butschowitz abgebalten werden, unterblieb aber gänzlich und wurde erst 1694, allerdings in Kremsier, abgehalten. Mittlerweile dürfte aber Frankfurter sich mit der Tatsache abgefunden haben, dass der bedeutend jüngere — auch seiner Dienstzeit nach viel jüngere Landrabbiner — wirklich der Landrabbiner des ganzen Landes war, während sein Landrabbinat offenbar nur einen Titel für die Gemeinden im Bereiche des Bistums Olmütz darstellte, denn die Beschlüsse der Kremsierer Synode Unterzeichnete als erster David Oppenheim, dann erst Frankfurter. Nachdem 1696 Isachar Bär Frankfurter aus unbekannten Gründen — seine Sehnsucht nach dem heiligen Lande war jedenfalls mitbestimmend, vielleicht auch das Gefühl der Zurücksetzung gegen Oppenheim — sein Amt niedergelegt hatte, zeichnete fortab David Oppenheim allein und aus- י) Für das Folgende ist so ziemlich die einzige sichere Quelle Freudenthal a. a. 0., wo auch zahlreiche Akten wörtlich wiedergegeben werden.