Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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4 damaligen Deutschland, so nach Friedberg zu R. Wolf Epstein, nach Metz zu ß. Gerson Ulif Asclikenasi und zu R. Izchak Binjamin Wolf ben Elieser Lipmann nach Landsberg; auch B. Jakob Sack in Wilna, der Vater des Chacham Zebi wird als sein Lehrer genannt.1) Dass er schon während seines Aufenthaltes auf den Talmudschulen als Gelehrter einen guten Namen hatte, bezeugt beispielsweise der Umstand, dass ihn B. Jair Ch. Bachrach in einem Briefe nach Landsberg als סיני ועוקר הרים anspricht.2) Der Sitte der damaligen Zeit folgend, verheiratete sich David Oppenheim als 17jähriger Jüngling mit Genendel, Tochter des Oberhoffaktors Elieser Lipmann Kohen in Hannover, bekannter als ״Lefmann Behrens“ eines der nicht nur vermögendsten, sondern auch einflussreichsten Juden seiner Zeit. Ob David Oppenheim auch nach seiner Heirat in Landsberg studierte, ob er etwa direkt von Landsberg nach Nikolsburg berufen wurde, oder ob er einige Jahre im Hause seines Schwiegervaters in Hannover lebte, ist nicht festzustellen. Doch sicher ist, dass, als er 1690 im Alter von 26 Jahren nach Nikolsburg berufen wurde, er dies in erster Beihe dem weit verbreiteten Bufe seiner Gelehrsamkeit zu danken hatte, denn wie Duschinski a. a. 0. richtig bemerkt, hätte weder die Protektion seitens seiner einflussreichen Verwandten wie etwa Samuel Oppenheimers in Wien, noch die nicht weniger gewichtige seines Schwiegervaters eine Gemeinde von solch ruhmreicher Vergangenheit und blühender Gegenwart — durch die Aufstände Chmelnizkis in Polen, die Austreibung der Juden in Wien, die Kuruzzenüberfälle waren viele Tausende Flüchtiger, darunter hervorragende Gelehrte, nach Mähren, besonders aber nach Nikolsburg, Mährens jüdischer Metropole gekommen, und hatten das stets hier bodenständige Talmud- Studium zu erneuter grosser Blüte gebracht — dazu vermocht, jemand zum Babbiner zu wählen, dem nicht der Ruf überragender Gelehrsamkeit voranging. David Oppenheim hat, wie Freudenthal3) *) In Tow Roi 20 b wird eine Frage erwähnt, die R. David Oppenheim im Namen seines Lehrers, des verstorbenen Gaons R. Wolf Hecht, mitteilte. *) Duschinski a. a. 0. S. 8. *) Freudenthal aus dem Umstande, dass Oppenheims Zusammenkunft mit R. Jair Chaim Bachrach in Frankfurt, die vor dem Antritte des Nikolsburger &abbinat6 stattfand, nicht vor dem 7.—8. Juni 1690 erfolgt sein kann (a. a. O. S. 262).