Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486303--7278-3493655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 ן ו ■/ einer Reihe von Werken. Dieses altbernbmten Namens bat auch die Familie David Oppenheims sich würdig erwiesen, die seit alter Zeit in Worms ansässig war. Der Vater Davids Abraham, auch Abraham ״zur Kanne“ genannt, war lange Jahre Vorsteher der jüdisehen Gemeinde in Worms, er wird bezeichnet als הרבני המופלג מדד. אברהם פרנס הישיש בבחירה מק״ק ווירמש הבירה, als der gelehrte und rangälteste Vorsteher der Gemeinde Worms; wenn ihm wohl auch nicht der Titel ״ הרב המפורסםder berühmte Rabbiner“ zukommt, den ihm mehr als 100 Jahre später die verwandtschaftliche Liebe und Verehrung des Herausgebers von 'דרך עולם הנצחי zuerkennt, so ist doch jedenfalls auch hier seine rabbinische Gelehrsamkeit bezeugt. Er war sehr reich und besass neben sechs Häusern in der Judenstadt auch noch Grundbesitz ausserhalb derselben. Als alter Mann verlor er bei der Zerstörung von Worms, bei der die ganze Judenstadt niederbrannte, einen grossen Teil seines Vermögens und ubersiedelte zu seinem Bruder Moses nach Heidelberg, dessen Gastfreundschaft aus dem gleichen Anlasse der ihnen verwandte R. Jair Chajim Bacharach längere Zeit in Anspruch nahm.1) Auch von Heidelberg aus war er für das Wohl seiner Heimat tätig; er starb in hohem Alter am 23. Kislew 5453 (2. Dezember 1692) und wurde in Mannheim beerdigt; seine Frau Blümele, die Tochter David Wohls, des Gemeindevorstehers von Frankfurt, war ihm um mehr als zehn Jahre im Tode vorangegangen und ist in Frankfurt — ihrer Vaterstadt — begraben (7. Ijar 5443 3. Mai 1683). Die Tugenden und Verdienste Abrahams und Blümeles werden im Wormser Memorbuche sehr gerühmt, Abraham Oppenheim findet auch beim Verfasser des ויקהל משה dankbare Erwähnung; Wohltätigkeit und Gemeinsinn, Frömmigkeit und Gelehrsamkeit und vor allem Schätzung der Gelehrten waren nach allen Berichten die Pfeiler, auf denen das echtjüdische Patrizierhaus Abraham Oppenheims ruhte. Diesem Geiste entsprach auch die Erziehung Davids, der — 1664 in Worms geboren — schon frühzeitig dazu erzogen wurde, seine reichen natürlichen Anlagen dem Judentum und der jüdischen Lehre zu widmen. Nachdem er im elterlichen Hause in die Anfangsgrunde der talmudischen Wissenschaft eingeweiht worden war, schickte ihn sein Vater an die Hochschulen der bedeutendsten Lehrer des *) Responsen Chawotb Jair 134. 1*