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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 407

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 407)
Language
German
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IRI
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ehtging den verblendeten Richtern, dass Mazzot schon am Abend Vorher genossen wurden, also schon vor dem Verschwinden des Knaben gebacken waren. Samuel, in dessen Hause der Mord ge- Beheben sein sollte, gestand unter der Marter, deh ersten S6der am Donnerstag und seinen zweiten am Freitag (!) den 24: März abgehalten zu haben! Unter den angeklagten Juden befand sich einer namens Israel, Sohn des Mohär1) (Mair) von Brandenburg. Er war nicht in Trient ansässig. Auf dem Wege nach Passau hatte er in Trient bei Samuel übernachtet* dann in Botzen den Trientiner Juden Tobias getroffen und war mit diesem nach Trient zurückgekehrt, um von ihm ein Pierd zu kaufen und das Pessachfest in Trient zu verbringen. Von Beruf war Israel hebräischer Schreiber und Handschriften-Illustrator, nebenbei Buchbinder. Seit 12 Jahren durchzog er mit dieser Kunst Franken, Schwaben, Baiern und Norditalien. Über seinen Aufenthalt in Brixen erzählte er vor Gericht, dass er nach dieser Stadt gegangen sei «ad finem lucrandi aliquid de arte sua, cum ipse Wolfgangus2) sit scriptor litterarum hebraicarum et etiam seit optime miniare ponendo aurum in miniaturis, si opus est, et ligare libros, et cum ista arte ipse Wolfgangus iam 12 annis duxit vitam suam eundo per mundum modo huc modo illuc et quod dictis 12 annis fuit in pro vinciiß Franconie et Suevie et in civitate Ratispona, Feltri, Venetiis, Plebissacbi, Padue, Creme. Dicit, quod stetit etiam Brixie per unum mensem, ut supra dixit, in domo Rizardi, in quo mense ipse Wolfgangus scripsit dicto Rizardo quinque quintemos quorundam extractuum ex libris Salomonis3), pro quo mense habuit expensas et unum ducatum pro eiu8 mercede. Dicit etiam, quod stetit per medium annum Gavardi in domo Amselmi Judei.» Dort in Gavardo4) band er für den Archipresbyter ein Gebetbuch (breviarium), er war also auch für Christen tätig. Wo der Vater Israels einmal in den Protokollen Moses heisst, liegt ein Schreibfehler vor. Das deutsch abgefasste Protokoll Nr. 1 a hat für Mohär stets Mair. Vgl. in Regensburg Mair Heller, der gleichfalls im lateinischen Protokoll Wolfgangs Mohär Heller genannt wird. *)So hiess Israel nach der Taufe. י) Spruche Salomos. 4) Distrikt Salo, Prov. Brescia.

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