Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 385

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 385)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486305--7190-3493566
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nachdem das Rechnungsverfabren des Maim. auseinandergesezt worden ist, mögen zunächst einige Bemerkungen daran geknüpft werden. Was die Schreibweise des M. betrifft, so ist sie natürlich eine andere als die der heutigen Astronomen. Die Formelsprache und die übersichtliche Anlage von Tabellen hat man im 12. Jahrhundert noch nicht gekannt und ebensowenig die Verwendung fachwissenschaftlicher Ausdrücke statt langer Definitionen. Um nur ein Beispiel anzuführen: Die 10 הלכה in Cap. XVII, welche 40 Zeilen im Text umfasst, würde heutzutage durch den kurzen Satz ausgedrückt werden: ״Nimm nachher noch einen Teil dieser zweiten Breite, weil der Mond in seiner Bahn schwankt, aus folgender Tabelle״ (XII S. 349). Statt die Längen bis 360® durchzuzählen, teilt sie Maim. in die 12 Sternbilder mit je 30°. Trotzdem ist die Darstellung des Maim., selbst mit dem Maßstab moderner wissenschaftlicher Publikationen gemessen, klassisch zu nennen. Nicht mit Unrecht sagt Littrow in seinem Werke ״Wunder des Himmels״ (7. Auflage p. 516) ״diese aus dem 12. Jahrhundert datierende Abhandlung bildet noch immer die gründlichste Arbeit, die wir über jenen Gegenstand haben.“ M. bat selbstverständlich die ihm bekannten astronomischen Werke von Ptolemäas u. a. seiner Zeit benutzt (XVIII, 13); woher soll er sonst die Grössen für die von ihm gewählte Epoche 2. Ijar 4938 20. April 1178 gekannt haben? Dass er seine Quellen nicht angibt, ist nicht weiter auffallend, da er sie ja im ganzen משנה תורה nicht nennt. Übrigens habe ich eine vollständige Identität der Tabellen II, IV, V, IX mit denjenigen von Albatenius feststellen können. Eine Kritik der M.’schen Arbeit vom astronomischen Standpunkt aus gehört in eine Fachzeitschrilt und nicht in dieses Jahrbuch. Nichtsdestoweniger wollen wir auf manche Punkte hinweisen, die einiger Aufklärung bedürfen. M. sagt in (XII2) und (XV, 9), dass man auf diese Weise selbst für tausend Jahre nach oder vor der Epoche den Ort der Sonne und des Mondes berechnen könne. In (XI 5) macht er aber darauf aufmerksam, dass die von ihm gegebenen Zahlenwerte nur genäherte seien, weil sie für die Berechnung der Sichtbarkeit keine grössere Genauigkeit erforderten, ln 1000 Jahren aber müssten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.