Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 268)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486305--7073-3493449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
227 nun die Änderung dieses Wortes, da sonst der ganze Zweck der Mission verfehlt wäre. Mehmed hatte auch die gewünschte Änderung vorgenommen. Am 6. September erfolgte nun die Befreiung der Gefangenen, gegen den Protest des französischen Konsuls in Damaskus Ratti-Menton. Inzwischen begab sich Montefiore nach Konstantinopel, wo er am 6. November vom Sultan einen Hatti-Scheriff für die Jaden erlangte, in dem der Schutz der jüdischen Nation gegen weitere Blutanklagen ausgesprochen wurde.1) Auch hier hatte der osterreichische lnternuutius Freiherr von Stürmer über Auftrag Metternichs die Mission Monteüores gefördert. Die österreichische Regierung hatte vom Beginn der Damaskusaffaire sich der Juden angenommen und überall zu deren Gunsten interveniert. Es war sicherlich ein Verdienst des österreichischen Konsuls Merlatto, durch seine objektiven Berichte2) auf das grosse, den Damaszener Juden zugefügte Unrecht, sowie die Hetzpolitik des französischen Konsuls aufmerksam gemacht zu haben. Er hatte als erster die eigentlichen Motive der von Ratti-Menton betriebenen Judenhetze erkannt und sein Lügengewebe aufgedeckt, die er als öffentliche ״Schande“ bezeichnete und der ein Ende gemacht werden musste, um ״die wilden Leidenschaften und die schlecht berechnete Gewinnsucht“ zu bekämpfen. Auf Grund seiner Berichte war es dem Generalkonsul Laurin auch gelungen, Mehmed Ali mit derZeit von dem grauenhaften Verhalten des Damaszener Gouverneurs Scherif Pascha zu überzeugen und den bereits früher erwähnten Firman zu erlangen, der nicht nur die Befreiung der Verhafteten, sondern auch die Niederschlagung der schauderhaft geführten Untersuchung verfügte. Im Nachstehenden veröffentlichen wir die von uns aufgefundenen Aktenstücke der damaligen diplomatischen Korrespondenz 1 l) Dieser Firman wurde von Montefiore den Damaszener Jaden durch den Generalstabschef der turko-englisch-Österreichischen Militärexpedition in Syrien Obersten Churchill übermittelt. Aus diesem Anlasse veranstaltete Farcbi zn Ehren Churchills ein Festmahl, bei dem letzterer eine bedeutende Rede über die Zukunft der Juden hielt. (8. Bericht im ״Orient“ Jg. 1841 No. 24.) *) Siehe Nr, XXII* * v. 1 u, w. 15•