Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 264)
- Language
- German
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223 massung begegnen“ und ihnen die Intervention bei den Lokalbehörden erschweren. Dies sei umso bedauerlicher, als dem dortigen österreicbisehen Konsul gegenüber nicht nur der französische Konsul in Damaskus, sondern auch letztens der in Malta diese Methode anschlug. Insbesondere wäre dagegen zu protestieren, dass der französische Konsul in die Wohnung eines österreichischen Untertanen eingebrochen und ohne Beisein eines österreichischen Konsularbeamten die Amtshandlung vorgenommen hatte. Laurin versuchte daher, sich der drei Angeklagten, die österreichische Staatsbürger waren, Isaac di Esdra di Picciotto, Giuseppe Eiruth und Ester Laniado wärmstens anzunehmen. Laurin hatte auch, da durch die Prozessführung die Situation der Damaszener Juden überaus gefahrvoll wurde, bei Mehmed Ali energisch interveniert und die Herausgabe einer Verordnung verlangt, die den persönlichen Schutz der dortigen Juden sicherstellen sollte. In der Tat zeitigte diese Intervention Laurins einen wesentlichen Erfolg, da Mehmed Ali angesiehts der damaligen politischen Lage daran gelegen war, Österreich nicht gegen sich zu stimmen. Am 3. Mai erliess Mehmed Ali ein Bngruldn (Verordnung) an den Gouverneur von Damaskus, in dem dieser aufgefordert wurde, die Insulte gegen unschuldige' Personen zu unterlassen, da von ihm derartige Missbrauche in Zukunft nicht mehr geduldet werden. Inzwischen hatten James von Rothschild, sowie Cremieux vergeblich bei der französischen Regierung interveniert. Der französische Aussenminister Thiers erklärte Rothschild, dass die Motive der Damaskusaffaire wahr seien und die Juden besser daran täten, diese einschlafen zu lassen. James Rothschild berichtete auch seinem Bruder Salomon Rothschild in Wien und ersuchte ihn, bei Metternich zu intervenieren. Vor allem wäre es im Interesse der Sache, wenn Metternich die Bewilligung geben würde, die Berichte Laurins und Merlattos, die im Gegensätze zu den Berichten des französischen Konsuls objektiv den wahren Sachverhalt darstellen, zu publizieren. Das Wiener Haus Rothschild stand bereits seit langer Zeit in engerer Verbindung mit Metternich, der bei der abzuschliessenden Anleihe der Türkei beim Hause Rothschild vermittelte.1) ף Siehe Nr. XIV. g.