Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 262)
- Language
- German
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221 Interesse der Damaszener Juden, auf Grand dieses objektiven Berichtes, das barbarische Vorgehen des französischen Konsuls Ratti- Menton der grossen Öffentlichkeit bekanntzugeben• Auf Grund der Berichte MerlattosJ wurde Laurin in^seiner Meinung bestärkt, dass die Anschuldigungen gegen die Damaszener Juden gar keinen legalen Grund haben und die Geständnisse lediglich durch Schmerz der Folter, Einschüchterung und List erzwungen wurden. Laurin selbst hatte seinerseits alles getan, um von Mebined Ali die Weisung zu erwirken, dass bei der. Untersuchung menscblichere Formen angewendet und das Urteil von einem objektiven Gericht ausgesprochen werde. Er verübelte es dem französischen Konsul Ratti-Menton, dass dieser alles aufgeboten hatte, um Picciotto der Teilnahme an dem Morde Tomasos zu beschuldigen und dann auch den österreichischen Konsul Merlatto wegen seiner tatsächlich objektiven Haltung za verdächtigen suchte. Auch der österreichische Internuntius in Konstantinopel, Freiherr von Stürmer, rügte auf diplomatischem Wege den französischen Konsul wegen seiner Verdächtigungen des^österreichischen Konsuls Merlatto, da letztgenannter ״in seinem redlichen und mühevollen Bestrebungen, die Unschuld zu rettend nur Lob und Unterstützung verdiene. Laurin, der sich der Damaszener Juden angenommen hatte, riet Mehmed Ali schon im Interesse seiner Politik, eine humanere Führung des Prozesses anzuordnen. Am 16. April 1840 war bereits Laurin in der Lage, James Rothschild zu berichten, dass es ihm gelungen, Mehmed Ali zu veranlassen, einen Befehl zur Nichtanwendung der Folter zu"geben.‘Zur gleichen Zeit beauftragte Laurin Merlatto, die Prozedur aufmerksam zu verfolgen und keineswegs Picciotto aus dem Prozess auszuschBessen, damit ihm das Recht der Intervention bleibe. Mit Schärfe protestierte Laurin^gegenjlie Beschuldigungen des ^französisch en Konsuis Ratti-Menton, dass|Merlatto von den^Juden in Damaskus bestochen worden sei. Sollte diese Beschuldigung verbreitet worden sein, so teilt Laurin* James" Rothschild mit ,4,wird er Merlatto auf« fordern, dem Ratti-Menton einen Verleumdungsprozess anzuhängen, weil die Türken auf derartige Beschuldigungen stark reagieren und demzufolge Merlattos Interventionen keinen Eindruck 90011? machen würden.