Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 254)
- Language
- German
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die im Mainzer Mb. nicht verzeichnet sind. Durchschlagend aber ist der Beweis, dass bei der Liste von Iphofen der bei Mainz fehlende Wochentag angegeben ist, und dass einige Male von den Mainzer Angaben völlig verschiedene Namen stehen. Auch dass bei den Märtyrerlisten die Ortsfolge anders ist als in Mainz, ist beweiskräftig. Bei Nürnberg und Weissenburg differieren die Daten um einen Tag, s. 0. S. 209 u. 210. Jedenfalls aber ist die Tatsache belanglos,. dass bei uns die Ortsliste bei den Märtyrern unvollständig ist gegenüber Mainz, und die Einzellisten teilweise (wie z. B. Würzburg, Nürnberg) stark gekürzt sind. Die Verzeichnisse sind eben bis zum Jahre 1737 durch viele Hände gegangen und beschädigt worden oder verloren gegangen. Der Schreiber schrieb nieder, was er noch vorfand. Hier und da will es uns sogar scheinen, dass unser Mb. die bessere Überlieferung gibt als Mainz. Bei einzelnen Orten erkennen wir, dass der erste Sehreiber nicht nur die Listen der fränkischen Verfolgungen vor sieh hatte, wenn er sich auch für diese allein interessierte. Für Weissenbürg a. S. z. B. ersehen wir klar, dass er sieh geirrt hat. Hier hätte er die für diesen Ort geltende Liste (Salfeld S. 48 n. 200) wählen müssen (1298); er aber nahm in der Annahme, dass dieser Ort mit vorstehendem identisch sei, die Liste von Weissenburg i. Eisass v. J. 1270 auf. Jedenfalls kannte er auch diese also. Wir sehen aus all dem Gesagten, dass die Märtyrerlisten, wie sie uns im Mainzer Mb. überliefert sind, nicht für dieses allein, sondern für die Gesamtheit der damaligen, sich für sie interessierenden Gemeinden gefertigt waren. Mainz übernahm sie, wie zahlreiche andere Gemeinden dies taten. Auch Nürnberg hat ohne Zweifel diese Verzeichnisse besessen und gottesdienstlich in Ver- Wendung genommen; die Universitätsbibliothek in Cambridge hesitzt sogar eine Abschrift der Nürnberger Liste, veröffentlicht von Lowe unter dem Titel ״The Memorbook 0! Nürnberg“. Die Liste ist, wie L. überzeugend nachweist, bald nach dem Ereignis, etwa 1352, geschrieben. Der von Lowe gewählte Titel ״Memorbucha erscheint daher nicht ganz gerechtfertigt. Man besass damals noch keine Memorbücher in unserem Sinne, nur Memorlisten. Das Mscr. stimmt im Wesentlichen mit dem Mainzer überein, zeigt aber doch einige Abweichungen, die grade nicht für eine ״buchstäbliche“