Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 255)
- Language
- German
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Kopie aus der Mainzer Liste sprechen. Auf S. 15 erwähnt nämlieh Lowe folgende Notiz, die sich auf dem Eiuband des Mscr. befindet ״ הועתק אות באות ממימר ברך דנורנבתBuchstäblich genaue Abschrift aus dem Mb. Nürnberg“. Diese Aufschrift ist am Anfang des 19. Jh8. angebracht. Man sollte nun annehmen dürfen, dass dieses genügt, um zu beweisen, dass es neben dem Mainzer auch ein Nürnberger Memorbuch gegeben habe. Sonderbarer Weise benutzt Salfeld (Stern^ Salfeld ״Nürnberg im Mittelalter“ S. 96) die angegebene Notiz als Beweis für seine These, dass das Mainzer Memorbuch eigentlich das Nürnberger sei!!! Er zeigt folgende logische Schlussfolgerung; ״Ein Schreiber aus dem Anfang des 19. Jhs. bezeugt eine Abschrift aus dem Nürnberger Mb.; ergo gehört das Mainzer Mb. nach NürnbergÄ. Grade die umgekehrte Logik ist richtig. Am Anfang des 19. Jhs. kannte man das Mainzer Mb. nur als Mainzer. Kein Mensch dachte daran, es nach Nürnberg zu verlegen. Erst Salfeld hat i. J. 1894 ״bewiesen“, dass es eigentlich das Nürnberger sei. Das konnte doch jener Schreiber nicht am Anfang des Jhs. vorausahnen! Der Schreiber dachte eben an das wirkliche Nürnberger Mb., nicht an das Mainzer. Salfeld bringt hier selbst ahnungslos den stärksten Beweis gegen seine eigene Hypothese. Salfelds Hypothese, das alte Mainzer Memorbuch gehöre nach Nürnberg, ist endgiltig aufzugeben. Wir verweisen diesbezüglich noch auf unsere Ausführungen in ״Untersuchungen“ S. 309—3.11 und auf das eingangs erwähnte Referat in der bayrischen israel. Gemeindezeitung.