Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 247)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486305--7052-3493428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
208 Gdbetstneke enthält, so dass das Mb. ausser beim direkten Memnvera nicht mehr zur Hand genommen zu werden braucht. In der Tat beobachten wir auch jetzt wieder, dass die Mbb. ihre ursprünghebe lebendige Bedeutung in vielen Gemeinden verloren haben; eine giesse Zahl geht einem rühmlosen Ende entgegen und liegt unbeachtet oder herrenlos da. Sie sind wieder nur Listen gewerden, vielfach nur noch für Forscher von Interesse. Übrigens kam mir noch ein anderes Mb. in die Hände, bei dem derselbe Werdegang wie bei dem Hagenbacher beobachtet werden kann, das von Wiesenbronn, von dem wir das Aussenbild des Schfaisseinbanddeckels bringen, der durch das letzte Hochblatt gebildet wird« Aach hier finden wir, dass das Pergament einer alten Liste zum neu errichteten Mb. benähst wurde; hier stehen überdies die Namen in alter Frische. Ihre Herkunft aber lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen; wenn auch einzelne von ihnen aas-früheren Verzeichnissen in gleicher Form erklingen; so z. B. wird der deutlich lesbare Name Juda b. Jekuthiel als Märtyrername in Mainz 1096 genannt (Saifeld Sv 113). Doch, wie gesagt, hier ist ein sicherer Nachweis schwer. Übrigens zeigen sich in; dem Bild auch deutlich Spuren von Kurrentschriftzeichen. Dieses Mb. ist, wie erkenntlich, in stark vernachlässigtem Zustand. Das Mb. Wiesenbronn selbst hat keine Personenlisten. Auf jeden Fall fanden, wir bei Hagenbach zum ersten Mal eine Spur davon, dass die Namen der Märtyrer aus der altersgrauen Entstehungszeit des Memorbuches nicht nur in Mainz, sondern auch in anderen Gemeinden gottesdienstlich in Ehren gehalten wurden. Es handelt sich hier besonders um die fränkische Verfoigang 1298, deren Opfer wir genau nach dem Mainzer Mb. aus Saifeld S. 164 ff kennen. — Blicken wir nun in das Martyrologium des Mb. Hagenbach selbst. Auf den ersten Blick sehen wir, dass hier das schematische ewige Einerlei dieses Teiles der Mbb., wie wir es in unseren nUntersuchungen״ hinreichend geschildert habeu, völlig verlassen ist Bei allen anderen Mbb. dieselben Orte in allen möglichen Variationen nnd Gruppierungen; hier eine ganz originelle Auswahl. Dort nur die Namen der Orte und Länder, hier bei den einzelnen Orten die , Namensliste der Märtyrer, die nach Maharil (״Untersuchungen" S. 310f.) in nichtrheinischen Outen nicht einmal erforderlich ist,