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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 238

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 238)
Language
German
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i& dass die Hauptfront in der Seihe der Häuser gegen die Haupt* ga8se gerichtet sei. Da bot ״die Ostseite, (Misraeh)“ Schwierigkeiten, indem die Synagogen so gebaut werden, dass die heilige Lade, wohin sich die Gemeinde beim Gebete wendet, gegen Hisrach liegt, während nach dem Plane des Grafen die heilige Lade eine südöstliche Sichtung nehmen musste. — Sabbi Wolf Cbajes befragte auch hierüber seinen grossen Lehrer, und dieser entschied, es sei gestattet, die heilige Lade in südöstlicher Sichtung anzubringen, da in den Wintermonaten die Sonne nicht im Osten, sondern südöstlich wahrzunehmen ist. So konnte man endlich zum Baue schreiten, und unsere Synagoge erhielt im Gegensätze zu allen andern eine südöstliche Sichtung. — Doch als der Bau im besten Gange war, liess ihn der zweite Grundherr, Graf Nikolaus Zichy, plötzlich einstellen, er verbot nämlich, dass die östliche Seitenwand mit Fenstern versehen werde, da diese *Fenster dem sein Eigentum bildenden Hause gegenüber wären. Kaum war die arme Gemeinde mit anderen Prozessen vom Jahre 1835 gegen den Grafen Nikolaus fertig, musste sie nun, wo sie alle ihre Kräfte dem Baue des Gotteshauses zuwenden wollte, einen neuen Prozess gegen ihn einleiten. Die Gemeinde brachte ihre Klage vor die Komitatsbehörde, dieselbe kam, sah und besiegte das Recht. Am 1. Mai 1838 wurde der Gemeinde verboten, an der Ostseite der Synagoge Fenster anzubringen. Im Stillen wurde aber dem Grafen die Ungerechtigkeit seines Vorgehens nahegelegt, denn am 17. Juni war ^r Graf zum Ausgleiche bereit. Die Gemeinde musste dem Grafen für den Verzicht auf das Nachbarrecht 160 fl. jährlich zahlen. Mit dem Aufwande aller ihrer Kräfte hatte die Gemeinde 18000 fl. bares Geld aufgebracht und 26000 fl. Schulden auf sich genommen. Das monumentale Gebäude stand und wurde noch nach Jahrzehnten bewundert. Es wurde am 13. Elul 5600 (11. September 1840) vom Rabbiner- Wolf Cbajes und vom Fester Oberrabbiner L. Schwab eingeweiht. Die Predigt wurde zum Besten der Talmudthoraschule veröffentlicht. Im Jahre 1840 bestand also auch eine Talmudthoraschule. Das sorgsame Auge des Rabbi Wolf Cbajes war allen Bedürfnissen der Gemeinde zugewendet. Nicht blos für die Aufrecbterhaltnng seiner berühmten ישיבה trug er Sorge. Kaum war die Synagoge

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