Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 235

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 235)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486305--7040-3493416
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

196 Herrschaften, zumeist Adelige, für Geld und gute Worte erlaubten, sich auf ihren Gütern als ihre Schutzjuden niederzulassen. In Palota gab es zwei Grundherren, beide waren Grafen Zicby, und die Juden mussten ihre Rechte von beiden erkaufen. Die ältesten Verträge vom Jahre 1776 nehmen auf bereits im Jahre 1740 geschlossene Bezug. Die Juden wohnten später zerstreut in der ganzen Stadt, bildeten hier kein Ghetto. Sie trieben Handel und Gewerbe, natürlich waren ihnen gewisse Zünfte verschlossen. Das älteste Institut der Gemeinde ist vielleicht das Rabbinat, älter als der gegenwärtige Friedhof. Ob Rabbi Elchanan, der i. J. 1760 am ה״ר תקכ״׳א die ח״ק gründete, der erste Rabbiner war, wissen wir nicht. Er verschied כ׳ שבת תקכ״ט, ihm folgte הד משה בן מנשה מ״צ, der aber schon nach zwei Jahren das Zeitliche segnete ט״ז אדר תקל״א, nach ihm war הד יוסף בן ד אלעזר וצ״ל Rabbiner, der auch nach kurzer Frist .1' חשון 1774 תקל״ה aus dem Leben schied. Er war ob seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit berühmt, auf seiner מצבה lesen wir die Inschrift: .הקדוש והטהור מרא דאתרא סני ועוקר הרים יוסף הוא השליט צל גינזי מאמרים Ihm folgte הרב משה בן מו״ה שלמה מקעטפען מ״צ, der den Posten ver- Hass. Im Jahre 1782 wurde הרב ישראל בן ד יהודה ליב זצ״ל aus Tewel zum Rabbiner gewählt, damals zählte die Gemeinde bereits 56 Familien und wurde ständig grösser. Der Name und das segensreiche Wirken Rabbi Israels zog an. In den Responsen heisst er ד ישראל ברי״ל. Er unterschrieb seinen Namen deutsch: Israel Bril, Rabbiner. Ihm verdankt die Gemeinde ihre Organisation, ihre frommen Iustitutionen. Er regelt die תקנות der Gemeinde und der ח׳״ק nach dem Muster der Gemeinde von Prag, wo R. Israel als ת״מ des Nöda Bijehuda längere Zeit verbrachte. Im Jahre 1790 baut er eine neue Mikwah. Im Jahre 1786 lässt er die Schul vergrössern und neugestalten, sammelt Geld zu diesem Zwecke. Seine Zeitgenossen erblicken in ihm den Meister, er war allgemein als ein צדיק וגדול anerkannt. Seine Schwiegersöhne waren der weltberühmte ד עמרם קדוש זצ״ל und der bekannte Rabbiner ד חיים קיצע zu Irsa. Der Enkel einer dritten Tochter war Dr. Alexander Kohut, Redakteur des Aruch Schalom. Jedoch hat die Gemeinde seine grossen Leistungen nicht genügend honoriert. Im Jahre 1783 hat sogar Graf Zichy, der Grundherr, die Gemeinde zur anständigen Besoldung des Rabbiners angehalten; im Jahre 1802

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.