Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
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Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Palota (Ungarn). Aus dem Anlasse, dass seine Gemeinde im nächsten Jahre das Jubelfest ihres zweihundertjährigen Bestandes feiert, gibt Schreiber dieser Zeilen aus der literarischen Hinterlassenschaft seines grossen und durch seine Werke allbekannten Vaters Rabbi Abraham Singer זצוק״ל hier einen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Palota (heute Värpalota) heraus. Die ungarischen Historiker behaupten, dass Palota in der Grenzlinie zwischen Pannonia superior und P. ulterior liegt, wohin die Chasaren von den Magyaren als Grenzwächter gestellt wurden. Auch Palota soll eine Stätte dieses Volkes jüdischen Glaubens ge־ wesen sein. Der Schmerz über die Drangsale, die sie ihrer Religion wegen erlitten, zeigt sich noch in den dichterischen Reliquien. — Die Stadt baute sich rings um eine Burg auf, die später von König Matthias renoviert, hergestellt wurde. In dem Wappen der Stadt sehen wir den schwarzen Raben mit dem goldenen Ringe im Schnabel, den auch ״Zemach David“ erwähnt. Die älteste מצבה im heutigen Friedhofe stammt vom Jahre ת״ץ, die Ältesten der Gemeinde behaupten, dass ihre Grosseltern noch zum קבר אבות Besuche auf einen andern Friedhof gingen. Die erwähnte מצבה steht über dem Grabe des Juda ben Elieser, der die Kinder mit aufopfernder Liebe לתורה וליראה erzog. Haben die Ahnen schon im Jahre 1730 eines Lehrers bedurft, ist die Gemeinde unbedingt älter. Ein Konskriptionsbogen im Landesarchiv bezeugt, dass i. J. 1735 bereits eine regelrechte Gemeinde bestand. Die ältesten jüdischen Insassen sind zumeist Flüchtlinge aus Böhmen und Mähren. Pie Tore der Stadt waren zuerst vor den Juden gesperrt, denen die