Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 223)
- Language
- German
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deten, erreichte ihren Höhepunkt in den ersten Eegierungsjaireii Maria, Theresias. Von 1741 an bis 1744 machte die Prager Judenschuft mehrfach Plünderungen von Feind und Freund mit. Und als selbst die Freunde mit ihren legalen Pressionsmitteln nicht mehr viel erpressen höhnten, da verjagte die ״grosse Kaiserin“ die Prager Jhdeni von ihrer Heimat, in de* sie länger wohnten tind heimätwäreti als die meisten ihrer Bedrücket, einschliesslich dfer Habsburger., Und als Maria Theresia, als die Stände sahen« wie sehr das Land unter der Abwesenheit der Juden leide, wie sehr der Handel znrnckgehe und wie dadurch bei gleichzeitiger Verarmung die Belastung der Bevölkerung anzuschwellen, die Einkaufte der Kaiserin zu sinken droben, da entschloss man sieb zu einem Schritte kaiserlicher Gnade. Die Juden sollten allergnädigst wieder nach dreijähriger Verbannung in ihre Vaterstadt zurück^ kehren dürfen, allerdings mussten sie die Gnade teuer bezahlen, 80 teuer, dass der überwiegende Teil gänzlich verarmte. So ungefähr sah die Buhepause aus, die den Juden nach ihrer völligen Erschöpfung durch die Katastrophe von 1689 gegönnt war, so ihre soziale und wirtschaftliche Lage beim Einbrüche des grossen neuen Unglückes.l) In der Nicht von Freitag auf Samstag den 26. Ijar 5514 (17./18. Mai 1754) brach in dem Hause eines Christen gegenüber der Altschal Feaer aus, gleichzeitig auch in einem Hause der Zigeinergasse und einem Hause neben der Grossenhofschul, bald stand die Zigeiuersynagoge und ihre ganze Umgebung sowie die Altschal mit den Nachbarhäusern in Flammen. Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Die Löscharbeiten wurden durch den empfindlichen Wassermangel gestört, es bedurfte erst langwieriger Interventionen an# dem Altstädter Rathause, um die Wasserleitung zu öffnen. Die Behörden suchten vor allem die rings am die Jndenetadt gelegenen Kirchen zu retten, die Judenhäuser liess mau niederbrennen. Und so blieben von der ganzen Judenstadt nur wenige Häuser in der Nähe der Pinkasschul und Klaus- Synagoge verschont, von den Synagogen waren blos diese beiden unversehrt, während Neuschul und Grossenhofschul ganz niederbrannten, von der Zigeinerschul nur die Wölbung erhalten blieb. Bei der ') Lieben, Uandsebriftl. z, Gesell, d. Juden in Prag, Frankf. a. M. 1904.