Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 222)
- Language
- German
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die 1694 teilweise umgebaut, neu erstand, erwähnt seine Grabsehrift. Die Meiseisynagoge wurde bereits 1691 von dem Gaon Elia Spiro neu eingeweiht, allerdings war sie bedeutend weniger gross und prächtig als ihr ursprünglich von David Gans so gerühmter Bau.1) Die Zigeunersynagoge wurde durch den unermüdlichen Vorsteher Isachar Bär Bunzel neuerbant, dem die dankbare Gemeinde als״ einzige Ehrung lebenslänglich am ersten Tage Rosch haschono das Aufrufen zur Thora unter den fünf Ersten protokollarisch zusicherte. *) Auch von dem 1782 hochbetagt verschiedenen Aharon Sohn des Juda Seligmann Kochen rühmt die Grabsehrift seine unermüdliche Tätigkeit im Interesse des Wiederaufbaues einer Synagoge. War die Übersiedlung der Juden in eine andere Gegend auch fallen gelassen worden, so blieb das Gespenst der Kontingentierung und Reduktion doch bestehen. Bald sollten Verzeichnisse aller Juden angelegt werden, bald wurde ein eigener Kommissär zwecks Herab- Setzung der Zahl der Juden eingesetzt, aber all diese Quälereien blieben ohne Erfolg. Erst 1699 beginnt eine schärfere Aktion gegen die Vermehrung der Juden durch Zuzug fremder Juden, es sollte jeder Zuzug, ganz besonders aber aus Polen, strenge verboten sein* ebenso Heiraten fremder Juden mit Einheimischen; die in den letzten Jahren Zugewanderten sollten ansgewiesen werden. Aber diese pharaonischen Massregeln hatten den Erfolg ihres Vorbildes ״je mehr sie sie unterdrückten, desto mehr vermehrten sie sich und breiteten sich aus“ und so begreifen wir die Klage eines zeitgenössischen Chronisten, der jammert, es gebe bereits so viele Juden anf der Altstadt als Christen; denn im Jahre 1703 zählte man 11618 Christen und 11517 Juden. II. 1754. Die Judenstadt Prags hätte wohl auch in normalen Zeiten nicht so leicht das Brandnnglück verschmerzt, das 18. Jahrhundert liess aber die Wunden der Juden nicht heilen, ehe nicht eine neue aufgebrochen war. Diese traurige'Periode mit ihren kriegerischen Zeitläuften, die den Prager Juden ungeheure Kriegslasten aufbür- ף ibid, S. 90. י) Deutsch, D, Zigeiner, Gr o ssenhof-N eusynagöge Prag 1907, 8. IS.