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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 221

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 221)
Language
German
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mögenden am meisten gelitten hatten, wurde beschlossen, die Bau• platze in erster Seihe denen zu überlassen, die über Mittel zum Aufbau verfügten, wohl auch weil ein etwaiger Wegzug der Vermögenden dem Staate wie den Juden am unangenehmsten gewesen wäre. Die Kommission sollte auch beantragen, welche Zahl von Jadenfamilien in der Stadt geduldet werden sollten, und mit dem Erzbischof ein Übereinkommen treffen, wieviele Juden, sobald ein Teil der Jadenstadt erbaut wäre, aus den christlichen Behausungen wegziehen müssten; zu diesem Zwecke sollte der Alt Städter Stadt• hauptmann gemeinsam mit dem Geometer und den Bansachverständigen den Fortschritt des Aufbaues beaufsichtigen und darüber |eweilig Bericht erstatten. Die Geldmittel zum Aufbau scheinen die Juden z. T. von auswärtigen Glaubensgenossen bekommen zu haben. Der Aufbau begann; die diesbezüglichen Vorschriften aber warden nicht eingehalten, die Judenstadt nicht von den christlichen Städten separiert, im Innern die Regulierung nicht durchgeführt, fa sogar Holzbauten wurden wieder errichtet. Am 26. Oktober 1693 muss ein neuer Erlass die Entfernung hölzerner und gefährlicher Kamine sowie Holzbauten binnen acht Tagen hei sonstiger amt• lieber Demolierung anordnen. Wie lange der Aufbau der Juden• stadt andauerte, wissen wir nicht, doch war die Judenstadt Ende 1698, trotzdem alle Juden schon längst dahin hatten übersiedeln müssen, noch so voll Schutt, dass die Juden um die Wegräumung petitionierten. Von den Männern, die sich um den Aufbau verdient gemacht haben, werden uns in Grabschriften und Vermerken in Synagogenbüchern einzelne genannt, 80 vor allem der Gemeinde- Vorsteher Samuel Taussig, der sich um den Neubau der Altschul besonders bemühte, die wohl 1693 wieder in Benutzung stand, aber dann mehr aus kirchenpolitischen — sie lag gegenüber der Geistkirclie — als aus baupolizeilichen Gründen wieder gesperrt wurde, bis es dann Samuel Taussig gelang, durch Fürsprache des Erzbischofs Kardinal Gallazanz mittels Hofdekret vom 29. November 1707 die Wiedereröffnung durchzusetzen, allerdings mussten die der Kirche gegeniibergelegenen Fenster in der Westwand vermauert and 460 fl zum Baue der Kirchenmauer gezahlt1) werden. Salomo Kaz Chalisch’s Verdienste um den Wiederaufbau der Klaussynagoge, *) Jahrbuch d. israelit. Kultusgemeinden Prag 1894, S. 87.

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