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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 219

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 219)
Language
German
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IRI
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180 Plate für die Übersiedlung zu finden, gewesen sein, vielleicht auch wie Vojtisek vermutet, die Folge der Bemühungen der Juden, die ihren Eingaben durch Geldopfer Nachdruck verliehen haben mochten. Aber die Bedingungen, unter denen die Judenstadt aufgebaut werden sollte, waren strenge; selbstverständlich durfte mir in Stein und Ziegeln gebaut werden, die Strassen sollten gerade ohne Winkel angelegt werden, die ganze Judenstadt sollte von den christlichen Städten durch eine hohe Mauer mit wenigen leicht zu überwachenden Toren und Türen und eine breite Strasse um diese Mauer abgesondert werden. Bei dieser Gelegenheit sollte die Zahl der Jaden festgeiegt werden, deren genaue Einhaltung die Kammer and der Altstädtcr Magistrat, deren Jurisdiktion die Juden unterstanden, überwachen sollten. Binnen sechs Wochen sollten die Pläne und Vorschläge vorgelegt werden. Eine Kommission unter Führung des Altstädter Stadthauptmannes, bestehend aus Vertretern der bühm. Kammer, des städtischen Rates, Bausachverständigen und einem Geometer, sollte die Pläne begutachten. Während dieser Zeit hatte das Zusammenleben der Juden mit den Christen in den christlichen Städten ohne Reibungen, ja geradezu harmonisch sich abgespielt. Wenn auch Studenten und junge Leute häufiger ״Tumulte״ veranstalteten, so war das Verhältnis zwischen Juden und Christen doch gut. An den verschiedensten Stellen der Stadt hielten sie in Cbristenhäusern ihren Gottesdienst ab, so in der Teingasse beim Roten Rad (628-1), in der jeteigen Karolina Svetlagasse beim goldenen Schiff (275-1), auf der Neustadtim Kieplotovskischen Garten und auf dem jetzigen Wenzelsplatz (im Hause 82411־), auf der Kleinseite im Verdugovskischen Garten (147-III). Dieses gute Einvernehmen verursachte die Besehuldigang, die Juden machten unter den Christen Propaganda für das Judentum; es ist darum nicht verwunderlich, dass die Geistlichkeit unter Führung des Erzbischofs J. Fr. v. Waldstein gegen das Zusammenleben der Juden mit den Christen auftrat und auch diesbezüglich Eingaben an den Kaiser machte. Die Folge davon war der Befehl vom 29. November an die Stadthauptleute, Visitationen in allen bürgerlichen und herrschaftlichen Häusern, in denen sich Juden aufhielten, vorzunefamen und über das Ergebnis und besonders über die Besehwerdepunkte des Erzbischofs an die Statthalterei Bericht zu erstatten. Das Ei^ebnis der Visitation war,

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