Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 211)
- Language
- German
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172 paukten auch psychologische Momente betont, ja sogar in den Vordergrund der Erziehung gestellt werden. Neben diesen beiden bedeutenden pädagogischen Schriftstellern ist noch eine dritte unbedeutendere, kleinere jüdisch-deutsche Schrift ״Giddul Banim“ zu erwähnen, die anonym 1748 in der Nähe Frankfurts, in Homburg v. d. H., erschien. Ein Bruchstück dieses Schriftchens, das in keinem Katalog verzeichnet ist, befindet sich in der Frankfurter Stadtbibliothek (Jud. Germ. 998). Sein Titelblatt lautet: ״Sefer Giddul Banim oder Kinder Zucht uni Lehr wie man sie von lugend auf in Gottesfurcht erziehen soll. Daher geliert jeder dieses Sefer fleissig lajenen,1) denn es ist gar nützlich, an ia der gleichen noch nit unter uns an tageslicht gekummen. Absonderlich ein gesind, denen kinder zum aufziehen an vertraut werden, sollen dieses fleissig laienen un sich der nach verhalten. So dienen sie Gott un ihrem Baal babajis2) aufrichtig, un werden and die S’chije3) haben, ihre eigene kinder frumm auf zu ziehen“. Es folgt noch Druckort und -jahr sowie Namen des Druckkerrn. In der ziemlich viel versprechenden Vorrede heisst es u. a., das Buch wolle zeigen, ״wie man die kinder auf ziehen, unterrichten un gewehnen soll, von ihren auf stien zu morgens bis wieder zum schlafen liegen, wie man sich mit sie zu verhalten hat, bis sie in Cheder gien, wenn sie in Cheder sein, was sie lernen sollen, wie man gehert hascbgoche4) auf ihr lernen zu haben, sowohl Tauroh als Derech Erez5.״) Er fährt dann fort, dass der Erzieher natürlich erst selbst alle religiöse Vorschriften kennen müsse, und deshalb lässt er das Buch mit den beim Aufstehen zu beachtenden Vorschriften beginnen. Die Einleitung schliesst mit den Versen: »Unter nehme dich nit andere zu schlichten, bis du dich erst selbst tust einrichten; um das dir niemand soll an Zahlung geben dein ohn artung un liderlicbes leben.“ l) lesen *) Hausherr a) Glück 4) Aufsicht 5) Anstand.