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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 210)
Language
German
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IRI
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eigentlichen Unterricht betont der Verfasser die Wichtigkeit der Erziehung durch das lebendige Beispiel; Der Vater lasse daher das Kind an der Ausübung der göttlichen Gebote teilnehmen. Es helfe z. B. bei der Herrichtnng der Laubhütte und den sonstigen Vorbereitungen für Sabbat und Festtage. Auch zu Krankenbesuchen, Beerdigungen und sonstigen Gelegenheiten nehme man es mit, wenn nicht Ansteckungsgefahr dies verbietet. Durch Beispiel lernt das Kind viel Gutes. Es sieht aber auch Schlechtes vor sich, und es kann noch nicht selbständig zwischen gut und schlecht unter• scheiden. Daher achte der Erzieher in erster Linie auf sich selbst, dass es ihm nicht schlechte Sitten und Gewohnheiten absehen kann; dazu muss er sich selbst stark in der Zucht halten, besonders hezüglich der Wahl seiner Ausdrücke. Er achte auch auf die Dienst• boten und halte sie zu gutem Benehmen an. Sieht man von einem Fremden etwas Unrechtes, so halte man in Gegenwart des Kindes nicht mit seinem Tadel zurück, um jeder schädlichen Wirkung vorzubeugen. Man lasse keine sich bietende Gelegenheit, es über gut und schlecht zu belehren, ungenützt vorübergehen. — Ist es notwendig, das Kind zu strafen, so bedenke man stets, dass Strafe keine Bache ist und daher niemals im Affekt geschehen soll. Der Zweck der Bestrafung ist Besserung. Daher verlieren allzu häufig angewandte Strafmittel ihre Wirkung. Drohungen, die nicht aus• geführt werden, schaden nur. Gänzlich verkehrt ist es auch, zu sagen: ״Ich strafe dich morgen dafür“. Die Angst und die Ungewissheit über das Strafmass kann leicht schädigend auf den jugendlichen Organismus wirken, bei leicht-erregbaren Kindern ist sogar unter Umständen Selbstmord zu befürchten. Wie ein Über• mass an Strafen zu verwerfen ist, so ist es das Gegenteil erst recht. Einem verweichlichtem Kinde wird es in seinem Leben schwer fallen, seinen Weg zu finden. Man halte sich stets das Sprüehwort vor Augen: ״Aus einem Bauer ist gut ein Edelmann zu ziehen, aber aus einem Edelmann kann man nicht wohl einen Bauern ziehen.“1) Was uns besonders bemerkenswert erscheint, ist der Umstand, dass neben rein methodischen und didaktischen Gesichtsf) Ich habe hier nur einzelne charakteristische Paukte herausgegriffen. Im übrigen verweise ich auf Güdemann, Quellenschriften, Seite 181, sowie auf die Ergänzungen hierzu in Anlage 6.

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