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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 209)
Language
German
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gelben Zeit. Man wähle kurz und prägnant gefasste Bücher, die durch die geschickte Anordnung des Stoffes den Unterricht erleichtern, und ähnliches mehr. (8. Nachtrag.) Ein etwas jüngerer Zeitgenosse des B. Jesajas Horovitz war B. Josef Hahn, Verfasser des Ritualwerkes ״Josif Omitz“.1) Er war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Frankfurt gehören, wo er auch 1637 starb. Auch er musste infolge des Fettmilchaufßtandes zeitweise seine Heimat verlassen, doch war er bei den ersten, die 1616 wieder zurückkehrten. Aus verschiedenen gelegentlichen Bemerkungen in seinem Werk geht hervor, dass er mit christlichen Gelehrten Umgang pflegte und auch profane Kenntnisse besass. * *) Einen grossen Abschnitt seines Werkes widmet er der Kindererziehung• Neben einem Lehrplan enthält es eine grosse Anzahl Erziehungsratschläge, die auch heute noch nicht veraltet klingen. In seinem Lehrplan, der grosse Ähnlichkeit mit dem oben geschilderten besitzt, aber dessen Schwächen vermeidet, legt er ebenfalls grossen Wert auf systematischen Aufbau des Unterrichts. Die Ideen seines grossen Zeitgenossen waren ibm wohl von den in Frankfurt gemeinsam verlebten Jahren her bekannt, sein Werk kannte er hingegen nicht, da es erst in Palästina verfasst wurde und 1649, also nach Hahns Tode, in Amsterdam zum ersten Mal im Druck erschien. ״Erziehe den Knaben nach seiner Art“ (Spr. Salom. 22,6), ist die Überschrift des Kapitels über Kindererziehung. Bei allem Nachdruck, den er auf das Lernen legt, betont er doch, dass das Kind noch schonungsbedürftig sei und nicht überlastet werden dürfe. Stelle man zu grosse Ansprüche an das Kind, so bringe dies doppelten Nachteil: Der Schüler wird in seiner Gesundheit geschädigt und verliert auch leicht die Lust zum weiteren Lernen. Stellt sich heraus, dass das Kind zum Talmud-Studium keine Begabung hat, so schränke man dieses zu Gunsten von Bibel ein, ohne jedoch vorzeitig jede Hoffnung aufzugeben, da der Verstand sich bei manchem erst später entwickelt. Auch wird auf das Lesen Von Moralschriften hingewiesen, das, auch Erwachsenen dringend empfohlen, in solchen Fällen besonders am Platze ist. Neben dem l) Näheres über ihn siehe Horovitz, Frankfurter Rabbinen II, S. 5—18. *) Vergl. besonders seine Abhandlung über den julianischen und gregorianischen Kalender, Seite 145—146.

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