Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 207)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486305--7012-3493388
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

im überragte.1) Den Hauptnachdruck legte man auf häusliche Erziehung* Nähen, Sticken u. dergl. m. erlernten sie zu Hause oder in besonderem Unterricht,2) auch hören wir bereits im 17. Jahrhundert von Musikunterricht, den die Vornehmen ihren Töchtern erteilen Hessen.3) (8. Nachtrag.) VII. Pädagogische Schriftsteller. Zum Schluss dieses Teiles über das religiöse Erziehungswesen müssen zwei Männer noch mit Namen genannt werden, die ihre Gedanken über Unterricht und Erziehung in ihren Werken niedergelegt haben. Es sind dies: Rabbiner Jesajas Horovitz, Verfasser des ursprünglich als Testament niedergeschriebenen Werkes ״Sehne Luchoth Habrith“, (nach den Anfangsbuchstaben kurz ״Schloh“ genannt), und R. Josef Hahn, Verfasser des bereits mehrfach zitierten Werkes ״Josif Omitz“. R. Jesajas Horovitz war ungefähr 1555 in Prag geboren und gehörte einer berühmten Gelehrtenfamilie an.4) Durch seine hervorragende Geistesschärfe nahm er bald unter den polnischen Juden — sein Vater hatte inzwischen seinen Wohnsitz nach diesem Lande verlegt — eine führende Stellung ein, sodass ihm viele Rabbinate angeboten wurden. Wir finden ihn u. a. in Posen und Krakau. 1600 wurde er nach Frankfurt berufen, das er wahrscheinlich 1614 infolge der allgemeinen Judenvertreibung beim Fettmilch auf stand wieder verliess, um sich nach Prag zu wenden. Dort starb seine Gattin, und er entschloss sich 1621, nach Palästina auszuwandern. Nach vielen Mühsalen liess er sich in Safed nieder, wo er auch starb. Sein Hauptwerk ist das bereits genannte ״Sehne Luchoth Habrith“. Es ist sehr bedeutungsvoll durch seinen halachisehen und ethischen Inhalt und in kabbalistischem Geist gehalten.5) *) Horovitz, Grabinschriften Nr. 2291, 3480, 3558, 4261; 692, 891, 2674, 3313, 3697, 3745, 4059, 4065. 2) Uoterrichisplan zu der ... zu errichtenden Carlschule. *) Josif Omitz, % 890. 4) R. Sabbathai Horovitz, Verfasser des ״Wawe Ha’amudlm“, war sein Sohn. Auch dieser und dessen Sohn, R. Jesajas Horovitz II. wirkten zeitweise In Frankfurt als Rabbiner. s) Näheres über den Verfasser und seine Werke siebe in: The Jewish Encyclopedia VI, 465 sowie in Horovitz, Frankfurter Rabbinen 1, 41—44. ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.