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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 203

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 203)
Language
German
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164 besetzuug der Rabbinatsstelle. Wertheimer wollte ein auswärtiges Familienmitglied, R. Isak Frankel aus Fürth, damals Rabbiner zu Brandeis in Böhmen, berufen. Dagegen protestierte der Vorstand, da es in der Frankfurter Judengasse gleich bedeutende Gelehrte gebe; auch sei es nach der Stättigkeitsordnung nicht möglich, Fremden diese Stelle zu übertragen, zumal Frankel bereits Weib und Kinder habe. Es kam darüber zum Prozess, der vom städtischen Gericht gegen Wertheimer entschieden wurde. Dieser legte darauf beim kaiserlichen Hofgericht in Wien Appellation ein. 1791 endete der Prozess schliesslich mit einem Vergleich. Darnach willigte Wertheimer darin ein, von nun an nur noch Einheimische auf diesen Posten zu berufen. Die Stiftungssynagoge existierte auch noch nach Niederlegung der Judengasse weiter, jedoch ging das Rabbinat ein, bis 1878 von Nachkommen Wertheimers wiederum eine Kapitalserhöhung vorgenommen wurde, wodurch man wieder in die Lage kam, einen Rabbiner anzustellen. Auch in früheren Zeiten waren der Klaus stets grössere oder kleinere Stiftungen zugegangen, wie aus dem ״Memorbuch“ der Klaus sowie aus städtischen Akten hervorgeht.1) Neben dieser grossen Klause, die meistens die נ) Stadtarchiv Ugb D. 62, 28. Im Memorbuch werden genannt: 1694 Meier Schiff, 500 Gulden. 1698 Gudela Darmstadt, die Witwe des Stifters, 1000 Taler. 1697 Kalonymos v. Babenhausen 100 Gulden. 1704 Moses Buchsbäum hinterliess «einige 1000 Reichstaler“ für Arme, Waisen und die Klause. Ferner werden als Spender genannt: 1713 Hanna, Frau des Rabbiners Samuel Schotten, 1715 Meier Orschel und Tewele Schiff. Aus Horovitz, Grabinschriften kommen noch hinzu: 1747 Mordechai Glogau (Nr. 2576), 1759 Lippmann Arastein (Nr. 2976), 1762 Eisik Schloss (Nr. 3100). Da nach Dietz, Stammbuch, Seite 391, die Geschichte der Klause noch nicht erforscht ist, seien noch folgende Ergänzungen mitgeteilt: Als Mitgründer werden genannt: Salomon Oppenheim, gest. 1697, sowie Jakob Kann, gest. 1700. Bei den bei Dietz genannten Rabbinern ist zu berichtigen, bezw. zu ergänzen: 1747 stirbt Moses Jakob Samst-Bass, Verfasser des חדות יעקב ln den Grabinschriften (Nr. 4041) ist die Jahreszahl תק״ן in תק״ן za verbessern, vergl. auch Horovitz, Frankfurter Rabbinen IV, 101. 1762 stirbt Rabbiner Moses Schwarzschild, 1788 (nicht 1785) Rabbiner Jakob Schames, 1794 Abraham Trier, auch war der Spätere Mannheimer Klaus-Rabbiner Salomon Delm (gest. 1715) zeitweise an der Frankfurter Klaus angestellt. Nach Fertigstellung dieser Arbeit fand ich noch mehrere Einzelheiten über Schülerzahl, Stipendienverteilung u. a. m. in dem ״Testament Wolf Wertheimers“, des Sohnes des Gründers Samson W. (veröffentlicht im 17. Jahrgang der ״Mitteilungen für jüdische Volkskunde.“)

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