Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 201)
- Language
- German
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162 in anderen grossen Gemeinden existierten auch in Frankfurt neben der Jeschibah noch andere Lehrstätten: Die Klaus, — auch Class oder Beth Hamidrasch genannt —,* *) und die Lob Keiss’sche Stiftung. Die älteste Erwähnung eines Lehrbauses stammt aus dem Jahre 1389,2) doch ist darüber nichts näheres bekannt. Die Klaus, die noch heute als Zacharias Wertheimber’sche Stiftung existiert, lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie war eine private Stiftung, aus der ein Rabbiner besoldet wurde und eine Anzahl Bachurim ihren Unterhalt erhielten. Mit ihr war eine kleine Synagoge verbunden. Die Schicksale dieser Stiftung waren sehr wechselvoll. Sie war ungefähr 1680 von Manasse Darmstädter auf Veranlassung des damals in Frankfurt weilenden Prager Oberrabbiners David Oppenheim gegründet worden.3) Durch Unglückliehen Geschäftsgang verlor der einzige Sohn des Stifters fast sein ganzes Veimögen. Anscheinend wurde auch die Klaus davon betroffen,4) vielleicht hat auch der grosse Brand 1711 die Unterbrechung bewirkt.5) Die Familie Kann, die zum Gründer enge verwandschaftliche Beziehungen hatte, nahm sich der Stiftung tatkräftig an und förderte sie durch namhafte finanzielle Zuschüsse. Ein Mitglied dieser gleichzeitig dem jüdischen Geistes- sowie Geldadel angehörenden Familie, R. Moses Löb Isak Kann, war nach der Restaurierung der erste Klaus-Rabbiner. Gleichzeitig versah er auch die Stelle eines Darmstädtischen Rabbiners. Dieser Vereinigung der beiden Rabbinate in einer Hand begegnen wir bereits bei seinem Vorgänger R. Samuel Schotten (1685—1719). Über die Organisation erfahren wir durch einen Eintrag ins Gemeinde- Protokollbuch aus dem Jahre 1688 Näheres. Darnach bestand eine *) Schudt, Jüdische Merkwürdigkeiten, III. Teil Nr. IV, S. 77. s) Krakauer, Innere Geschichte, S. 45. *) Veigl. auch Darmstädters Grabinschrift. Horovitz, Inschriften Nr. 1151. *) ואח״ב נתקבל לראש ישיבה בבהמ״ד אשר הוקם כאן ע״י יחידי סגולה ואע״ס שנתבטלה הישיבה מפני הסבה משנתו לא זזה ממקוטה ועדיין היא יושב כאן באוהל תורה. Nachher wurde er (Rabbiner Samuel Schotten) zum Rabbiner des von einigen Edlen hier errichteten Lehrhauses ernannt, und obwohl diese Jeschibah aus bekannten Gründen sich aufgelöst hat, wich die Lehre nicht von ihrem Platze, und er weüt noch in den Zelten der Tora.“ Frankfurter, Se jenachamenu, Einleitung. *) Schudt, das,