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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 200

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 200)
Language
German
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161 ähnliche Bestimmungen*, vergl. hierzu die bereits genannten Gemeinde&tatuten. Die Jeschibah blühte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Noch 1795 wird sie gelegentlich ״eine der vorzüglichsten Indischen Universitäten“ genannt.1) Von da ab, also seit dem Beginn der Reform, geriet sie allmählich in Verfall. Ihr damaliger Leiter, Rabbiner Hirsch Horovitz (1805—1815), klagt an verschiedenen Steilen über ihren Niedergang.2) Zu diesem trugen verschiedene Umstände bei. Zunächst hielten die politische Unsicherheit und die allgemeine Teuerung viele davon zurück, die Heimat zu verlassen; dazu kommt, dass sich auch in Deutschland die religiösen Anschauungen vielfach geändert hatten. Die seitherigen Ideale vernachlässigte man, um sich der modernen Enltur hinzngeben. ln Frankfurt selbst setzte diese Entwicklung erst etwas später als im übrigen Deutschland ein, dafür aber umso stärker. Eine harmonische Vereinigung von Religion und moderner Bildung entwickelte sieh erst in der nächsten Generation unter der Führung von Rabbiner S. R. Hirsch. Er gründete die nächst der Talmud-Tora-Schule in Hambürg und der ״Hascharath-Zwi“ Schule in Halberstadt3) erste höhere jüdische Schule, in der neben den profanen Fächern auch Religion im orthodoxen Sinne unterrichtet wurde. Doch verdient es erwähnt zu werden, dass ein ähnlicher Plan schon ungefähr zwanzig Jahre vorher auf Frankfurter Boden von dem Privat-Gelehrten Aron Faid gefasst worden war.4) Er plante sogar ein sich über ganz Deutschland erstreckendes orthodoxes jüdisches Schulwerk; doch kam dies nicht zur Ausführung, weil es bei den frommen Rabbinern seiner Zeit wenig Anklang fand. Ob dieser Plan mit der Scbnster’schen Stiftung aus dem Jahre 1819 in Zusammenhang steht, ist unklar.5) V. Stiftungen. Doch kehren wir in die Zeit des Ghetto zurück. Damals suchte man noch in allen Kreisen das ״Lernen“ zu fördern. Wie ף Stadtarchiv, Ugb D 33, 76. 2) H. Horovitz, Lachme Toda Seite 3, 14, 10, 20 u. a. a. 0. 8) Über die Entstehung dieser beiden Schulen vgl. J. Goldsehmidt, Geschichte der Talmud-Tora Realschule in Hamburg, bezw. B. H. Auerbach, Geschichte der israelitischen Gemeinde Halberstadt. 4) Fuld, Beth Abaron, Einleitung, S, VI. B) Vgl. S. R. Hirsch, Gesammelte Schriften 111 S. 513. Jahrbuch der J. h. G. XVBJ. |*

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