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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 181

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 181)
Language
German
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IRI
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142 Moment des Ausscheidens ihres Lehrers mit erstaunlicher Gleichgiitigkeit entgegen. Hier muss das jüdische ערמת Bewusstsein, das Solidaritätsgefühl unter Einigung von Stadt und Land, von reich und arm, das zu allen Zeiten, auch in der ernstesten n^>Zeit, erhebende Triumphe gefeiert hat, zur Geltung kommen. Die Judenheit muss zusammentreten und im Bewusstsein ihrer Verantwortung für die Erhaltung des Judentums — nicht nur des Gemeindelebens und der Lehrerexistenzen sondern vor allem für die Erhaltung der Jugend und der Zukunft unserer Religion leisten und immer wieder leisten bis zur Höchstgrenze. Nicht um Geben und Empfangen darf es sich handeln, sondern um unbedingte Opfer auf dem Altar der heiligen Sache. Da im Freistaat Hessen die Judenheit nach den beiden religiösen Richtungen getrennt organisiert ist und dementsprechend zwei Gemeindeverbände gegründet worden sind, so müssen unbeschadet der religiösen Verschiedenheit in allen wirtschaftlichen und sozialen Fragen, also zur Erhaltung der Gemeinden und ihrer Institutionen sowie zur Stützung der Lehrerexistenzen und ihrer Hinterbliebenen beide Verbände Zusammenarbeiten. Die Gross- und Mittelgemeinden, welche ihre Leistungsfähigkeit und ihr Wachstum hauptsächlich der Zuwanderung aus deu Landgemeinden verdanken, werden sich sicherlich der moralischen Pflicht gegen die Quellen ihrer Kraft bewusst bleiben. Darum rufen wir der hessischen Judenheit zu: Gedenket des Borns, aus dem Ihr getrunken habt, raffet Euch auf, alle für eiuen, einer für alle zur Erhaltung der absterbenden jüdischen Kleingemeinden, zur Weckung lebendiger Religiosität, zur Belebung von Schulen und Gotteshäusern, zur Erziehung von jung und alt für unsere heilige Lehre. Dann können auch wieder die Gemeindebeamten voll und ganz ihre Schuldigkeit tun, und die Tatsache, frei von Sorgen dem Berufe leben zu können, wird sie sicher zu gesteigerten Leistungen aneifern. Jüdisches Leben an allen Orten, das Bewusstsein edler Pflichttat und lautere Berufsfreude werden bei allen Beteiligten der Preis allgemeinsten aufopfernden Bemühens sein.

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