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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 151

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 151)
Language
German
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112 sowohl, dergrosse Einfluss des D. I. G. als auch die liberale Ein- Stellung der damaligen Leitung desselben bedenklich erschien. Iq diesem Jahre hatten jedoch die Freunde des Anschlusses ihr Ziel erreicht und mit einer Mehrheit von zwei Stimmen den Anschluss ap den Verband jüdischer Lehrervereine im deutschen Reich durchgesetzt. In der entscheidenden Sitzung am Himnaelfahrtstage 1897, in welcher namentlich die Rabbiner der beiden Richtungen heftig aneinandergerieten und grosse Erregung in die Versammlung trugen, fehlte es an einsichtsvoller energischer Leitung. Ausserdem Hessen die Wortführer der neologen Lehrer im Vereins Vorstand, welche wohl infolge der Ergebnislosigkeit ihrer bisherigen Schritte zur Hebung der Lage der hessischen jüd. Lehrer alles Heil vom Verband erwarteten, in brüsker Weise alle Einwendungen der Gegensejte unbeachtet und zwangen diese zum Austritt aus dem Verein. Wie richtig die Haltung der Anschlussgegner war, bewies der Vorstand des Lehrerverbandes selbst einige Jahre später, indem er sich, als der Protektor des Lehrerverbandes, der D. I. G. in der Frage der Gründung jüdischer Volksschulen — also in einer von allen Lehrern als Lebensnotwendigkeit für die Zukunft des deutschen Judentums anerkannten Forderung verständnislos, aus parteipolitischen Gründen völlig versagte. von dem Einfluss des D. I. Gemeindebundes freimachte. So war im Israel. Lebrervereiu eine Spaltung eingetreten. Die ausgeschiedenen Kollegen, meist der gesetzestreuen Richtung angehörend, gründeten einen eigenen Lehrerverein, der mit Rücksicht auf seine Unabhängigkeit vom D. I. G. Unabhängiger Verein israel. Lehrer im Grossherzogtum Hessen genannt wurde. Vorweg sei sogleich festgestellt, dass der Name des Vereins ihm uud seinen Bestrebungen niemals geschadet hat, dass der Verein dagegen zu allen Zeiten die Initiative zu allen auf Besserung der Lehrerlage gerichteten Massnahmen ergriffen hatte und seine Tätigkeit zum Besten aller jüdischen Lehrer Hessens von allen Seiten anerkannt wurde. ln realpolitischer Erkenntnis, dass von der hessischen Staatsregierung für die israel. Lehrer nicht viel zu erreichen sei, richtete der neue Verein am 16. Januar 1898 eine Eingabe an dieselbe, worip nur um Abstellung des dringendsten Übelstandes gebeten wurde, dass nämlich die Jeweilige Austeilung: und Entlassung des

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