Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
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höchste Erschliessung in der Sache an den Vorsitzenden in Büdingen gelangen za lassen. In der Einleitung zur Statuteneingabe des neu gebildeten israel. Lehrervereins wird als Grund zur Vereinsgründung angegeben, ״dass der jüd. Lehrer bisher sich selbst in Anstellung und Entiassang dem Vorstand des betr. Ortes unterwerfen musste, also nur Maschine in der Hand der Gemeindediktatoren• sei. Dadurch werde jedes Selbstgefühl, jede Fortbildung und jedes Streben ertötet. Dann erfolgt in geradezu rührender Weise die Bitte um Genehmigung des Zusammenschlusses der Lehrer.1) ״Sind doch ״Mitleid“, ״Mitfreude“ Naturtriebe der Menschen. Warum sollte d^r israel. Beligionslehrer, der von der ganzen Welt auch von seinen Leidensgeführten, seinen Collegen isoliert ist, wenigstens ohne Zusammenbang mit diesen lebt, nicht durch Befriedigung dieser Naturtriebe einen Balsam: seiner ewig klaffenden Wunde der Kollegialitätslosigkeit sich schaffen, d. h. sich mit seinen Leidensgefährten zu einer engeren organischen Vereinigung bilden dürfen, um Mitleid cpllegial mit einander tragen und Mitfreude mit einander geniessen zu können. Werden doch Gesellenvereine geduldet, warum sollte nicht der Eingangs erwähnte Verein gebilligt werden dürfen?“ ר Dann folgt der Statutenentwurf. Vorgesehen sind: Bezirkskonferenzen (nach Kreisen), welche der Generalkommission unterstehen, ein Eintrittsgeld von 2 fl. und ein Jahresbeitrag von 1 fl., wovon % der Konferenzkasse und V5 der Generalkasse zufliessen sollen. Auch die soziale Fürsorge ist berücksichtigt. Im § 9 wird bestimmt, dass schwere Erkrankungsfälle in der Familie eines Mitglieds der General-Kommission angezeigt werden sollen, um im Falle der Not eine Beisteuer bei dem gesamten Lehrerstande zu veranlassen. Die Beisteuer sollte auch Lehrerwitwen und Waisen za gute kommen. Als vorläufiger Vorstand zeichnen; H. Oppeuheimer-Darmstadt, Otteösoser-Büdingen und J. Birk-Niederwöllstadt. Ausserdem haben nachfolgende Kollegen als Teilnehmer unterzeichnet: S. Brandeis• Staden, L. Feuchtwanger-Griesheim, M.Kunreuther- Dieburg, F. Strauss-Gedern, L. Hanauer (?), H. Isaak-Langsdorf, l) Deren Form ist durch die politischen Verhältnisse und das Untergebenenbewasstsein der Lehrer zu erklären.