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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 133

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 133)
Language
German
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94 Zustandes der Israeliten sowie von jüdischen Lehrern selbst veranlasst worden. Letztere waren damals noch nicht organisiert. Dennoch erschien im Jahre 1838 in No. 102 der Allgemeinen Schulzeitung ein längerer Klageruf über die jammervollen Zustände im israel. Schulwesen Hessens, in dein die Regierung aufgefordert wurde, der anwürdigen Lage ein Ende zu machen. Am 18. XII. desselben Jahres verbreitet sich der geprüfte israel. Schulkandidat SaLomon Lehr aus Gross-Zimmern im gleichen Blatt in drastischer Weise über das ״Bacher“-Unwesen, über die Indolenz der Regierung, das anwürdige Verhalten der israel. Gemeinden und die Unmöglichkeit für ordentlich vorgebildete jüd. Schulkandidaten, eine geeignete Stelle za erhalten. Aus seinen Ausführungen geht ferner hervor, dass von den fünfzehn damals auf dem Friedberger Semiuar berufsmässig vorbereiteten Lehrern erst zwei eine feste Anstellung gefunden batten. Die oben erwähnten Verhandlungen und Beschlüsse der hess. Regierung bildeten jedenfalls den Widerhall dieser Schritte. Es war ein kurzer Sonnenstrahl am Wolkenhimmel der jüdischen Lehrerexistenz in Hessen. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass die jüdische Lehrerschaft in Hessen noch 70 Jahre später auf jeder Vereinsversammlung, in der Presse sowie bei der Regierung selbst über die gleichen Zustände Klage erheben musste, wie sie schon 1838 in der Allg. Schulzeitung so drastisch dargestellt wurden. Diese Stagnation im Schicksalsweg der jüd. Lehrerschaft in Hessen, namentlich im Gegensatz zu dem Fortschritt in der Siellang der Volksschullehrer bildet wahrlich kein Ruhmesblatt der hessischen Judenheit, aber auch der hessischen Staatsregierung. Bereits im folgenden Jahr, am 6. Juli 1842 zieht die Reaktion ein. An diesem Tage erstattet der Grossh. hess. Oberschulrat Ch. Knorr, der spätere Vorsitzende der Schulabteilung, dem Ministerium betr. Annahme und Prüfung der Religionslehrer für die israel. Jugend schriftlichen Vortrag mit dem Schluss Vorschlag, ״dass Hochpreissl. Ministerium d. Innern prüfen möchte, es bei den Vorschritten des Ausschreibens an den Oberschulrat vom 18. September 1840 zwar im allgemeinen zu belassen, die darin enthaltene Be- Stimmung betr. Prüfungskommission jedoch ausser Wirksamkeit zu setzen und dagegen die Vornahme der Prüfung

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