Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 131)
- Language
- German
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M ' Seminaristen am Friedberger Lehrerseminar als die Veranlasser dieser Verhandlungen. ״Sie gehörten zu den vorzüglichsten Zog* iingen dieser Anstalt. Durch den Mangel an israel. Volksschulen im Lande sei für diese wackeren jungen Männer wenig oder gar keine Aussicht zur Anstellung vorhanden. So befinden sich diese in einem trostlosen, jede Beachtung verdienenden Zustand. Werden aber die Religionsschulen auf eben angedeutete Weise eingerichtet, so können sie hierbei Beschäftigung finden, bis später sich die Gelegenheit zu ihrer Anstellung an israel Volksschulen ergibt.“ Endlich bemerkt der Oberschulrat, dass er vorliegenden wichtigen Gegenstand seit langen Jahren häufig mit gebildeten Vorurteilsfrdten Israeliten besprochen habe, und dass ihm von diesen stets der Wunsch lebhaft geäussert wurde, die ״Staatsregierung möge zum Heil ihrer in wahrer menschlicher Bildung so sehr vernachiässigten Glaubensgenossen diese Vorschläge baldigst zur Ausführung bringen.44 Auf dieses in wirklich liberalem Geiste abgefasste Gutachten des Oberschulrats, das unter allen Umständen die Lage der israel. Religionslehrer besser gestaltet hätte, antwortet das Grossh. Ministerium am 18. November 1839, dass betr. des Elementar- Unterrichts der israel. Kinder es vorerst bei den bisherigen Grundsätzen verbleiben müsse. Auch hinsichtlich der Anstellung der israel. Religionslehrer könne eine neue Änderung erst nach der Neuordnung der Rabbinatsverhältnisse für das Grossherzogtum, ״was übrigens dermalen beabsichtigt werde .getroffen werden. Unterzeichnet ist die Antwort von Staatsminister du Thil, also von dem Staatsmann, der schon als Legationsrat in seinem Gutechten vom Jahre 1809 die gleiche Forderung, d. h. des geraeinsamen Schulunterrichts von Juden und Christen vertreten hatte und davon die Beseitigung aller Vorurteile sowie die bessere Amalgamierung der beiden Konfessionen erwartete. In Verfolg der auf die Regelung der israel. Religionslehrer- Verhältnisse gerichteten Schritte veranlasste ein Jahr später das Ministerium den Oberschulrat um Bericht, wie man das Eindringen fremder Elemente als jüd. Lehrer zum Nachteil der inländischen Kandidaten vereiteln könnte, bes. weil die hessischen israel. Kandidaten auch im ״Ausland“ (d. h. ausserhalb Hessens) nicht angestellt werden. Der Oberschulrat wiederholt darauf seinen im Vorjahr