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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 127

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 127)
Language
German
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wollte rasch and bequem (Ruhe bekommen, selbst wenn Existenzen dabei zu Grunde gingen. Kam es doch bei einer hess. Gemeinde, die ihren Lehrer in die Versicherungsanstalt für gemeindliche Be* amte aufnefamen Hess, jedoch nicht an die Piflichtumlagen dachte, vor, dass, als nach Jahresfrist die Umlage von 9% des ״hohen“ Gehalts entrichtet werden sollte, man den Schritt bereute und —■ dem Lehrer kündigte.1) Als wir uns beschwerdeführend an das £reisamt wandten, erklärte mir der Kreisrat persönlich, dass der Lehrer selbst schuld sei, weil—wie ihm der Vorstand erzählt hätte — der Lehrer in seiner 15jährigen Dienstzeit es glänzend verstanden habe, sich mit der ganzen Gemeinde zu verfeinden. Auf meinen Hinweis, dass der zuständige Rabbiner bei der kurz vorher stattgefundenen Prüfung der Schule ihm das Vertrauen und die Zufriedenheit des Vorstandes bekundete, während sich jetzt bei Vorlage der Umlage- Rechnung die allgemeine Verfeindung mit der Gemeinde herausstelle, schwieg der Kreisrat. Der Lehrer aber musste gehen! Eine Gemeinde im Offenbacher Kreis, die wegen ihres unsozialen Verbaltens gegen ihre Lehrer allgemein bekannt ist und seit langem von den Lehrern gemieden wird, besass vor Jahrzehnten einen wirklichen תלמיד חכם als Lehrer. Sie setzte ihm jedoch derart zu und sorgte für sein ״Fortkommen“, dass der damalige Kreisrat und Landtagspräsident Haas in Offenbach in einem späteren, anlässlich der Eingabe des Unabhängigen israel. Lehrervereins auf Abhilfe der schreiendsten Mißstände erstatteten Gutachten auf diesen Fall hinwies und das Gesuch des genannten Vereins nachdrücklich unterstützte. Es ist nicht zu verwundern, dass als Spiegelbild solch unwürdiger Lage und Behandlung häufig auch eine teils unfähige teils wenig geachtete Lehrerschaft erscheint. Alle Behörden bezeichnen vom Jahre 1808 an die schlechten lind unwürdigen Ansteliangsverbältnisse als Ursache für den häufigen Lehrerwechsel und dessen schwere Nachteile. Von Oberhessen liegt aus dem Jahre 1825 ein Gutachten des Inspektors Aulber zu Giessen' über Der Fall erregte s. Z. gresses Aufsehen und wurde in der Fresse sowie im Abgeordnetenhaus besprochen. Das unmenschliche Ä^erhalten der Gemeinde wurde überall tri־gebührender Weise gegeisseft.;; r t

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