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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 117

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 117)
Language
German
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IRI
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78 möglichst zu erleichtern suchen werde. Im gleichen Jahre berichtete der Landgräfl. Hess. Kirchen- und Schulrat protest Deputation, dass der von jüd. Hausvätern gewünschte öffentliche jüd. Unterricht in der Residenz nicht zustande kommen könne. Nur das Darm- Städter Gymnasium ist von drei hiesigen Jünglingen besucht worden. Die vier hiesigen Stadtschulen hätten jedoch keinen einzigen jüd. Schüler aufzuweisen. Dazu wird bemerkt, dass nach solchen Beispielen in der Residenz, in den kleinen Städten and aur den Dörfern, ״wo die Zahl der armen Juden grösser und die der schulfähigen J. Kinder kleiner ist, eine solche jüd. Schule noch weniger zustande kommen werde.“ Bezeichnend für das Bestreben des Staates, die jüd. Kinder in die christl. Ortsschulen zu schicken und andererseits für die Wünsche der israel. Gemeinden auf Errichtung eigner jüd. Volksschulen ist der Streit der jüd. Gemeinde Friedberg mit der dortigen Geistlichkeit und dem Kirchennnd Schulrat im Jahre 1824. Ein in Giessen wohnender Friedberger, Eduard Kassella, bittet den Kirchen- und Schulrat in Oberhessen am J27. VIII. 1824 um Errichtung einer eignen jüd. Schule. Dieser weist die Regierung in Butzbach an, von den Juden in Friedberg einen Bericht über Zahl der Schulkinder, geeignetes Lokal für diese sowie über das auszumessende Gehalt des Lehrers zu veranlassen. Die Vorsteher der jüd. Gemeinde hatten sich zuerst bereit erklärt, eine eigne Schule zu errichten, ziehen jedoch, als sie von der obigen Auflage des Schulrates erfahren, ihre Bereitwilligkeit zurück, da sie als unvermögende Gemeinde ihre Kinder so lange in die dortigen christl. Unterrichtsanstalten schicken wollten, bis sie imstande seien, einen eigenen Lehrer anzustellen. Ein jüd. Religionslehrer (der von den Eltern der schulbesuchenden Kinder bezahlt werde) sei vorhanden. Der Bürgermeister von F. spricht sich in einem Gegenbericht an den Schulrat dagegen aus, weil die christl. Schule nicht geräumig genug sei. Auch die dortigen Geistlichen sind für eine eigene jud. Schule und weisen darauf hin, dass die dortigen jüd. Knaben zum Teil die lateinische Schule, zum Teil die Schule des Seminariüms besuchen. Die weibliche Jugend der vermögenden Eltern werde von Privatlehrern, die anderen von Seminaristen unterrichtet. In die christl. Schule könnten sie nicht, da die Schulstube unzureichend und die 36—38 Schüler beiderlei Geschlechts nicht

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