Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 106)
- Language
- German
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67 ledig oder beweibet von Erlegung des Schutzgeldes י) freygelassen, diejenigen aber, welche daneben auch einen Handel führen, zu dessen Abtragung angehalten od. in Weigerung dessen ihnen der Schutz aufgekündigt werden solle.“ Durch Erlass der ״Churfürstl. Mayntzschen Hof-Cammer״ vom 27. Januar 1724 wurde diese Ver- Ordnung auch auf die sog. ״Gemeinen-Diener bei allhiesiger Judenschaft“ (d. h. in Mainz) als ״da seynde Rabbiner, Vorsänger, Schächter, Totengräber, Allmosen-Collecter, Krankenwärter und Schulklopfer ausgedehnt mit dem Bemerken ״dass im Falle aber ein od. der andere in dergleichen (d. h. dem Handel) betroffen werden sollte, derselbe nicht allein dieser Freyheit verlustig seyn sondern auch die Gemeine Judenschaft vor dessen Bezahlung auch die darauf setzende arbitrair Straff zu stehen verbunden seyn 3011e.* Zu diesem Gegenstand liegt am 10. November 1807 ein Gesuch des Juden Heyum Kaufmann in Giessen um Bestellung als Schullehrer bei der Judeuschaft und ״ohnentgeltliche״ Aufnahme in den Schutz vor, was jedoch nach Mitteilung der Grossb. hess. Rentcammer an den Kirchen- und Schulrat höchsten Ortes abgeschlagen wurde, ״jedoch sei ihm die Erlaubniss vorhabende Heurath zu vollziehen unter ausdrücklicher Bedingung, dass er keinen Handel treibe, ertheilt worden.“ Unter dem Titel ״Statistische Nachrichten über jüd. Schulen und Lehrer״ bringt der Schulforscher Dr. Diehl in seinen Schul- Ordnungen des Grossherzogtums Hessen aus dem Jahre 1784 die Notiz, dass der erste jüd. Schüler der Aufnahme ins Fürstl. Pädagog in Darmstadt (Lateinschule, heutiges Gymnasium, von Landgraf Georg II. 1629 gegründet) ״Veitei Joseph natione Judaeus war. Er trat 1784 als ״primus ea gente ad Paedagogium admissus“ ein. Der erste jüd. Abiturient war der Sohn des Schutzjuden Linz, der im Herbst 1794 abging. Ein Eintrag in die Kirchenbücher der evangelischen Gemeinde iu Darmstadt aus dem Jahre 1799 besagt, dass am 17. November dem Schutzjuden Jakob Schlösser ein Sohn Lazarus geboren wurde. Bezeichnenderweise wird dabei bemerkt: ״hat den Vornamen Louis angenommen, da er das Paedagogium frequentiert.“ *) 23 Goldgalden 25 albus jährlich (auf Neujahr und Martini) ah 1710 auf 25 fl 5 albus erhöht. 5•