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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 56

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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IRI
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1 17 ist. Der Volksgemeinschaft wird eine lange, eine ewige Dauer verheissen, wenn sie auf die Befolgung des Gebots der Eltern- Verehrung bedacht ist und damit ein gesundes Familienleben begründet. Die Familie ist die Grundzelle des Staates, des Vaterlandes. Die in der Familie anerzogenen Tugenden der Ehrfurcht und des Gehorsams, der Liebe und der Selbstverleugnung, der Gerechtigkeit und des Gleichheitssinnes, der Unterordnung und der Pietät, die im Verhältnis der Gatten unter einander, der Kinder zu den Eltern und dieser zu ihren Kindern, weiterhin der Geschwister in der Geltendmachung ihrer gleichmässigen Ansprüche geweckt und gefördert werden, sind gerade auch die Tugenden, die die Gesundheit des Staatslebens und des Vaterlandes gewährleisten. Demgemäss ist die glückliche Verheissung des fünften Gebotes auch vernunftgemäss begründet. Für Ehrfurcht und Liebe, für Hingabe und Selbstverleugnung, für Gleichheit und Gerechtigkeit, die die glücklichen Grundlagen eines gesunden Staatslebens sind, ist ganz naturgemäss die Familie die wirksamste Pflanzstätte. Die Familie ist die Stätte der Propädeutik für den Staat; in der Familie soll der Mensch im Sinne der Vaterlandsliebe und der Volks-Treue vorgebildet werden. Wir gehen nun zur Betrachtung der zweiten Tafel über und sehen in ihren Bestimmungen und Geboten das Wohl der menschliehen Gesellschaft gesichert, wir erkennen, dass erst durch sie die Möglichkeit eines sittlichen Zusammenschlusses der Menschheit gegeben ist. In markigen, wuchtigen Worten, die wie Hammerschläge wirken, werden uns die Bestimmungen eingehämmert: ״Du sollst nicht morden! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht aussagen wider deinen Nächsten als Zeuge der Lüge!u Es werden dadurch Leben und Gesundheit, Familienehre und Familienglück, Eigentum und Arbeit, Ehre und guter Namen der Nebenmenschen gegenüber den Angriffen der Selbstsucht, der Leidenschaft, der Rücksichtslosigkeit sicher gestellt, ln dem neunten Gebot wird die Kardinaltugend aller Sittlichkeit, die Wahrhaftigkeit, uns zur Pflicht gemacht, und es wird damit die Wahrheit als der allein wirksame Kitt der menschlichen Gesellschaft hingestellt, es wird der Lüge der Kampf erklärt, die alle Güter des Menschen I Jahrbuch der J. L. ü. XVHi. 2

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