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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1927-01-01 · XVIII. (1927) · page 54

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVIII. (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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15 Es kann gar kein Zweifel sein, dass die Welt die Wohltat der Sabbatrnhe und weiterhin der Sonntagsruhe einzig und allem Israel verdankt und dass damit die grösste soziale Tat der Welt vollzogen wurde. Auch dieses Verdienst sollte Israel geschmälert und geraubt werden durch die Zuerkennung der Priorität der Sabbatruhe an die Babylonier. Auch hier hat die Wahrheit und Gerechtigkeit gesiegt. Es ist jetzt unzweifelhaft durch die Wissen- Schaft festgestellt, dass der babylonische Sabbat nicht Woche für Woche wiederkehrte, sondern an gewisse Monatstage gebunden war. Es ist festgestellt, dass der bei der Weltenschöpfung von Gott gewollte Tag der Ruhe und Befreiung, dessen Forderung für die ganze Menschheit galt und gilt, bei den Babyloniern ein Tag finsteren Aberglaubens geworden war, ein Trauertag, an dem vor allem dem König, dem Magier und dem Arzt eine ganze Reihe von Handlungen verboten war. Der Sabbat als ein Trauertag war dort dem Unglücks-Planeten Saturn gewidmet, der darum den Namen Sebabthoi, das Sabbatgestirn, trägt. Demgemäss ist der babylonische Sabbat von dem beseligenden und beglückenden Tag der Ruhe, wie ihn die Thorah gebietet, unendlich verschieden. Er ist nicht das, was er sein 8011, ein ״Oneg“, ein Ergötzen, eine Seelen-Beiriedigung, ein Antrieb zum Aufschwung für die Seele, ein Quellbad der Seele, das einer Neugeburt gleichkommt. Der in Babylonien herrschende Aberglaube, dessen Fehlen bei Israel der heidnische Prophet Bileam in so bezeichnender und nachdrücklicher Weise rühmt: ״Es gibt keine Schlangendeuterei in Jakob und keine Zauberei in Israel“, hat aus dem heiligen Sabbat der Bibel ein Zerrbild geschaffen. Auf ein praktisches Moment ist heim vierten Gebot noch hinzuweisen. Das Einleitungswort bei der Fassung des vierten Gebotes im II. B. M. lautet ״ זכורGedenke“ des Sabbats, ihn zu heiligen. Das Einleitungswort bei der Fassung im V. B. M. lautet: ״ שמ1רHüte“ den Sabbat, ihn zu heiligen. Es ist unverkennbar, dass mit diesen beiden Ausdrücken die doppelten Verpflichtungen des Sabbats statuiert werden sollen. ״ זכורGedenke!“ umfasst die positiven Sabbat-Pflichten, die Ehre des Sabbats durch bessere Kleidung, bessere Speisen, Lichtanzünden, die ihn zu einer Lust und Freude machen. ״ שסורBehüte“ ihn, zielt auf das Arbeitsverbot ab. Nun sagt der Midrasch, beide Worte hat die Gottheit

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