Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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§ Im ersten Teil der Zehngebofe werden Hüb zwei positive Gebote gegeben. Das erste verlangt die Anerkennung Gottes als des Befreiers aus Ägypten. Gott führt sieh also bei mts efe als der Lenker des Schicksals, der sich ganz besonders der Unterdrückten und Geplagten äunimmt, ״*der ans dem Staub erhebt den Armen und aus dem Kothaufen den Dürftigen, um ihn zu setzen neben die Edlen, neben die Edlen seines Volkes^ Das vierte Gebot verlangt von uns die Anerkennung Gottes als des Schöpfers der Welt, dessen tatsächliche Anerkennung durch die Heilighaltung des Sabbats verbürgt wird, der ja das Zeugnis der Weltenschöpfüng ist. Diesen zwei positiven Forderungen treten ergänzend zwei negative Forderungen zur Seite, die uns im zweiten Gebot den Götzendienst, den Aberglauben* den Bilderdienst, die Darstellung Gottes, der ein rein geistiges Wesen ist, im Bilde verbieten, die im dritten Gebot jeden Missbrauch mit dein Namen Gottes ausschliessen und dadurch jenen Respekt, jene Sehen und Ehrfurcht vor Gott und seinem Nameu begründen, die das wesentliehe Zeichen wahrer Frömmigkeit ist und zugleich die unerlässliche und unentbehrliche Voraussetzung für eine die Wahrheit verbürgende Rechtsprechung bildet. Die scharfe und energische Betonung des Wörtchens ״Ich“: ״Ich bin der Ewige, dein Gott, der ich dich ans dem Lande Ägypten geführt habe,“ begründet den Monotheismus des Juden1tums, den Glauben an den einen-einzigen persönlichen Gott* den von Anfang an zähe festgehalten und dadurch in die Welt eiligeführt zu haben Israels grosses Verdienst ist, das mit Recht uni Grund, vor allem aber mit Erfolg nicht bestritten werden kann. Israel hat mit diesem Glauben Ernst gemacht und durch den Inhalt des zweiten Gebotes nicht nur die Vielgötterei negiert und ausgeschlossen, den Glauben an die Vielgötterei zerschlagen, sondern durch die scharfe Betonung des Wörtchens ״Ich“ auch manche andere, mehr philosophische Ausartungen des Gottesglanhens siegreich bekämpft. Der philosbphische Deismus eines Aristoteles, der die Gottheit nur als eine letzte Ursache fassen will, als das einzig Unbewegte, das alles andere in Bewegung setzt, die weitere Anschauung, als sei die Gottheit nur eine Idee, eine Kraft, eine Ursache, die man allenfalls zur einheitlichen Gestaltung einer monistischen Weltanschauung braucht, die aber nur im Kopfe der