Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 380)
- Language
- German
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830 aber welche Du schon 70 Jahre zürntest.“ Ich glaube, dass hier der Termin von 70 Jahren sich nur auf die Zeit seit Zerstörung des ersten Tempels beziehen könnte, wie ja die verbreiteste Auffassang ist. Als ich jedoch dann berechnete, dass vom zweiten Jahre Darias II bis zurück zum Beginn der Regierung des Xerxes fast 70 Jahre liegen, so bot sich die Möglichkeit, die siebenzig Jahre aaf die siebzig Jahre zu beziehen, die damals seit dem Einschreiten des Achaschwerosch (Xerxes) gegen den Tempelbau verflossen waren, als man Gehässiges (כתבו שטנה) gegen die Bewohner Juda’s and Jerusalems geschrieben hatte. Aach die siebzig Jahre des Fastens Secharja Cap. VII, hier vom 4ten Jahre des Darius an gerechnet, erklären sich auf dieselbe Weise. Die Deutung der siebzig Jahre des Fastens auf die Zeit von dem Verbot des Tempelbaus bis zur Wiedererlaubnis erklärt auch an dieser Stelle manches Auffallende. Der Prophet wird nur wegen des Weiterfastens im fünften Monate gefragt, und antwortet mit dem Hinweis auf das Fasten im fünften und siebenten Monat. Bei der Voraussage der Umwandlung der Fasttage um Tempel und Jerusalem in Freudentage wiederum nennt er alle vier Fasttage, den Fasttag des zehnten, vierten, fünften und siebten Monats. Nach der Eroberung Jerusalems, der Zerstörung des Heiligtarne durch die Babylonier und nach der Ermordung des Gedalja, wurden alle vier Fasttage gehalten. Als mit Erfüllung des Prophetenwortes des Jesaia ein Cyrus die Erlaubnis zum Heraufzuge and Tempelbau gab, schien keine Veranlassung zum Trauern und Fasten mehr. Da kam unerwartet und grössten Schmerz auslösend die Hinderung des Tempelbaues. Zwei von den vier Fasttagen worden jetzt wieder aufgenommen, der Fasttag des neunten Ab and der des dritten Tischri. Man hatte jetzt wieder um den Verlast des Tempels *zu klagen, und erinnerte sich, dass die Feind- Seligkeit der umwohnenden Völker in ähnlicher Weise bei der Ermordung des Statthalters Gedalja ihren Ausdruck gefunden batte, wie sie in der Gegenwart noch den Juden ihr Glück nicht gönnten. Den Erinnerangsiag an den Beginn der Belagerung und den an die Eroberang der Stadt glaubte man nicht wieder aufnehmen zu sollen, da man wieder im Lande wohnen durfte, und im Besitz der י Hauptstadt war. Als nun endlich im vierten Jahre Darius II. der Tempel wieder erstanden war, da fragte man beim Propheten, ob