Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 361)
- Language
- German
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Sil D. Hoff mann, uuf den sich Er. wiederholt beruft, schrieb mir nach Er. scheinen meiner Arbeit: ״Ihr Urteil ist sehr beachtenswert . . mir blieb stets auffallend, warum gerade dieser Terminus Ihr צבור an gewissen Stellen gebraucht wird, oder für תלמיד חכם“• Der Erklärungsversuch, den ieb jetzt darbiete, dürfte die Schwierigkeiten noch viel mehr als früher beseitigen. Vielleicht, dass eine, wenn anch keineswegs identische so doch in einem gewissen Sinne parallele Bezeichnung zu chabar ir in Sirach IV, 7: האהב לנפשך לעדה ולשלטון עיר חכאח ראש zn finden ist. Smend, Die Weisheit des Sirach, Berlin 1906, will zwar das Wort 1• שלטון® Obrigkeit verstehen unter der Begründung, dass die Juden damals io Jerusalem kein einzelnes Stadtoberhaupt hatten. Allein, wenn aach שלטון seiner Grundbedeutung naeb ein Abstraktum ist, so spricht vieles dafür, dass es die beiden Male, in denen es uns im Buche Koheleth begegnet, die Bedeutung ״mächtig“ hat; im Buche Daniel bedeutet es Herrscher im Unterschiede von שלטן Macht, und im Neubebräischen und Kabbinischen, wo es sehr häufig vorkomnt, wird es deotlieh von שולטנא ,שולטן und לטנות$ unterschieden. Mir erscheint darum wahrscheinlich, dass es auch a. a. 0. jene Bedeutung bat, wie es aueb die alten Uebersetzungen so anfgefasst haben. Uebrigens braucht man aneb nnter dieser Voraussetzung nicht an ein eigentliches Stadtoberhaupt zu denken. Der Ausdruck שלטין עיר erinnert an שליטי□ אשר היי בעיר» von denen Kobeleth VII, 19 spricht; b. Pesachim 112a warnt R. Akiba seinen Sohn B. Joaaa in einer Stadt zu wohnen,שראשיה ת״ךן♦ Von einem Stadtoberhanpt (ריש 0םא) ist b. Pes. 113 a die Rede, und b. Kidduschin 76b liegen zwei im Streite, von denen jeder sagt: אנא עבידנא סררותא דמתא• (s* noch S. 310ף Diese Zeugnisse entstammen verschiedenen Zeiten, bieten aber bei der Dürftigkeit unserer Quellen in bezug auf diesen Punkt eine ungefähre Analogie. Hier sei noch angemerkt, dass Wellhausen, Isr. und Jäd. Geschichte1 S. 268 *, der ganz gelegentlich die genannte Sirachstelle streift, irrtümlich angibt, dass a. a. O. שלטון עיר und קהל (es muss heissen עדה) gegenübergestellt werden. . Ich bin mit meinen Darlegungen zu Ende1). Nur eine Bemerkung sei noch gestattet. Ich habe eine Reihe von Fragen eingehend behandelt, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben. Diese Ausführlichkeit rechtfertigt sich einmal durch die Wichtigkeit der erörterten Gegenstände; sie ist aber zum anderen dadurch entstanden, dass ich bei aller Anerkennung der grossen Gelehrsamkeit des Herrn Professor Krauss, seiner Kombinationsgabe und seiner grossen Verdienste um die jüdische Wissenschaft mich doch in J) Gerne benutze ich die Gelegenheit, um einen kleinen Vorwurf zurückzunehmen. S. 258 oben (22*) meine ich, dass Kr. b. Mez. 24 a ״nicht ganz richtig“ wiedergebe. A. a. 0. heisst es nach den von mir angef. Worten weiter: השתא דאתית להבי בתי כסניות נסי דידן דיתבי בהו כנענים. immerhin »t die Ausdrucksweise von Kr. missverständPch. Der Talmud nimmt ja a. a. 0. die früher gegebene Erklärung nicht an sich, sondern im Hinblick auf den parallelen Ausdruck בתי מדרשית zurück, der nun einmal 80 nicht erklärt werden kann, wie das mit dem Ausdruck ב״כ zunächst versucht wird•