Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 360)
- Language
- German
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m Doppelsinn der Worte nach dem oben Dargelegten nm so weniger schwierig erscheinen, als ich nunmehr geneigt bin, an einigen Stellen חבר עיר, an anderen ׳.חבר bezw. חבר עיר zu lesen. Schwer zu entscheiden sein wird, ob der Begriff des chabar ir allererst hervorgewachsen ist aus dem cheber ir, oder ob nicht jener das Primäre ist.1) Dies eine ist aus den Quellen deutlich, dass die Machtvollkommenheit der .ז, טובי העיר gestützt und getragen wird von dem fahrenden Gelehrten der Stadt, der selbst nicht in die Reihe der Vorsteher tritt, sie aber an Autorität und Machtvollkommenheit bei weitem überragt,2 * * * * *) wie denn die Vorsteher durch den Gerichtshof des Ortes in ihr Amt eingesetzt worden sind.8) Möglich, dass der Vorsitzende jenes Gerichtshofes bezw. diese leitende Persönlichkeit, die die letzte und oberste Instanz darstellt und in mannigfacher Weise mit den טובי העיר in dem Cheber ir zusammengewirkt hat, eben chabar ir genannt wurde, dann aber bisweilen jedes einzelne Mitglied diese Bezeichnung führte. (Tos. Meg. a. a. 0.). Das Wort חבר brauchte doch wahrhaftig nicht erst erfanden zu werden. Nur unter der Voraussetzung, dass es einen solchen chabar ir gegeben hat, ist b. Megilla 27 af. verstündlich und ebenso T. Meg. a. a. 0. für sich und im Zusammenhang mit j. Meg. IV, 8 und Taanith IV 1 zu verstehen. l) 8. mein חבר עיר s. 10 f. und S. 21. ר b. z. b. b. Megiiia 27a:אמר רב אשי האי בי וכן׳ und *רבינא הוה ליה:י ןכן* und vgl. dazu 27b oben; vgl. b. Baba b. 8b unten und bes. 9a oben, 55a und dazu b. Moed k. 6 a. Babbi Akiba warnt b. Pe&achim 112 a vor einer Stadt י שראשיה ת״ח vgi. j• Sanb. 1,2 (8. o. S. 304 u. Anm.), b. Kidduscbin 76 b u. a. 0. Dem ריש מתיבתא, der b. Sabb. 114a als der פרנס על הצבור höheren Grades gegenüber demjenigen bezeichnet wird, der באתריה eingesetzt ist, entspricht b. Kidd. a. a. 0. der, der sich ״mit den Dingen des Himmels“ befasst. Dieser wie der andere, der sich der ״städtischen Angelegenheiten“ annimmt, sieht a. a. 0. seinen Wunsch, אנא עבידנא סררותא דמתא erfüllt. Bei der Bestimmung כיון, שנתמנה אדם פרנס על הצבור אסור בעשיית טלאכה ומי ist gewiss an den erstgenanr ten gedacht, ebenso wohl auch, wenn b. Sabb. a. a. 0. (vgi b.joma 72b) gesagt wird:איזהו ת״ח שבני עירו מצווין לעשות לו מלאכתו זח שמניח חפצו ועוסק בחפצי שמים• Auch von hier aus versteht sich die Bezeichnung chabar ir. Das Wort פרנס hat nach dem hier Dargelegten, abgesehen davon noch, dass es zuweilen nur den Almosenverwalter bezeichnet, einen weiteren und engeren Sinn; vgl. noch b. Ber. 28a, b. Joma 86b u. v. a. ö. Andere Gesichtspunkte s. bei Funk, Die Juden in Babylonien I S. 37. •) s. das Nähere bei Weinberg, Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden, Monatsschr. für Gesch. u. Wissen sch. des Judentums XL1, S. 644.