Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 261

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 261)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3486266-3486307--6682-3493057
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

211 eines Ortes eo ipso und kraft seiner Thora zum חבר עיר gehört, scheint aus dem Falle Samuels in Nahardea (b. Berakh. 30a) in bündiger Weise hervorzugehen (weiter unten), ja aus diesem Umstand erst ist es überhaupt zu erklären, dass in talmudischer Zeit der Gelehrte oder der Rabbi in der Weise an der Verwaltung der Stadt beteiligt erscheint, wie es die talmudischen Nachrichten erkennen lassen. Ich komme nun zum letzten Punkte dieser, nicht überflüssigen, vorangehenden Erwägungen. Haben wir einmal (in j. Berakh. IV, 6, 8c Z. 33) die authentische Überlieferung, dass חבר עיר gleich ist mit צבורא Gemeinde, 40* so darf für den fraglichen Ausdruck ein anderer Sinn überhaupt nicht gesucht werden, und es ist ein methodischer Fehler, denselben Ausdruck in anderen Fällen verschieden zu erklären. Was der allerdings obsolet gewordene Ausdruck חבר עיר an Klarheit noch vermissen lässt, kann und muss an der Hand des synonymen, wenn auch nicht identischen Ausdruckes חבורה, Plural חבורות, erlangt werden; vgl. Cant. Rabba zu VIII, 12 בשעה שישראל קורץ בתורה בחבורות, wo ח׳ offenbar Kultgenossenschaften; b. Berakh. 9b במעמד כל החבורה (in Verknüpfung mit dem liturgischen Brauch, den wir oben von den ותיקץ berichtet haben), wo חי offenbar die betende Gemeinde, die in diesem Falle aus lauter Gelehrten bestanden haben mag, so dass ח׳ zugleich — Akademie (vgl. נזרקה מפי החבורה b. Pesahim 64 a), und die Erkenntnis ist nicht abzuweisen, dass חבורה Gemeinde1). So noch im Mittelalter, z. B. כל החבורה Chronik des Ahimaa§ ed. Neubauer in Med. Jewish Chron. II, 128, und so noch heute in der Liturgie, z. B. מרשות חבורת צדק עדה המאשרה (in רשות für חתן בראשית am Thorafeste). Wichtiger ist uns aber ein Beispiel aus der Antike in wahrem Sinne, denn die Rabbinen selbst knüpfen — ein guter Fingerzeig für uns — an die bestehenden griechischen Zustände an. Wir meinen die Aggada, die den ‘Elimelekh (Ruth I, 2. 8 s. Rabba z. St.) bald einen palatinus, bald einen svysväG'za'tog, ja einen ראש הישיבה sein lässt; in allen diesen Eigenschaften gebührt ihm wohl Sitz und Stimme in dem ״Stadtverbande“, und der ganze Zweck der Aggada3) 1)Be□ Jehuda, Thesaurus 1417, verzeichnet diese Bedeutung von חבורה nicht• 3) S, auch Bacher, Ag. der pal. Amoräer I, 151. i 4*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.