Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 256)
- Language
- German
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206 תסלין צריבין נוף נקי usw. ״Tephillin erfordern einen reinen Körper, wie der des Elischa44 usw. Also ist das Charakteristicum an Elischa, der בעל כנפים genannt wird, das, dass er sich körperlich rein hielt1). 54* Man weiss, wie der reine Körper für jeden Essener wesentlich war. Wer in die Ordensgem dusch aft treten wollte, hatte zunächst eine einjährige Probezeit zu bestehen, nach welcher er zu den Waschungen zugelassen wurde2). Als Josephus3) der Reihe nach die Orden der Pharisäer, Sadducäer und Essener versucht hatte, begab er sich zunächst zu dem in der Wüste hausenden Banus4), der sich Tag und Nacht in kaltem Wasser badete. Hier sei auch an die בנאים der Mischna erinnert (Mikw. IX, 6, T. VI, 14), deren Name (von ßaXavelov) davon herrühren soll, dass sie fleissig badeten5) und infolge dessen auch zu den Essenern zu zählen sein dürften35*; von den aggadischen Deutungen dieses Namens sehen wir hier ab. Es trifft sich gut, dass genau so, wie die Tefillin den Körper des Trägers rein haben wollen, so umgekehrt der reine Körper, wie der der בנאים, nur das tadellos reine Gewand auf sich duldet (das.). ׳Ausserdem erinnert dies Alles an das bekannte weisse Gewand der Essener. (Vgl. auch מקבלין ... לכסות T. Demai II, 11 in dem Zusammenhänge von כנפים, wie sofort angeführt werden wird. Ich denke mir nun die Sache so: ,Elischa4 hatte den oben berührten Namen, weil er, sich des reinen Körpers befleissigend, bereits in den ersten Grad des Essenerordens aufgenommen war; ihn wählte man als Beispiel, wenn man von diesem Grad der körperlichen Reinlichkeit sprechen wollte, vielleicht darum, weil die Essener, von denen wir zwar nicht wissen, ob sie die Tefillin-Vorschrift befolgten, in diesem ihrem Adepten ausnahmsweise den Beifall der Rabbinen hatte, weil er eben — ein zweiter Josephus — 4י (י* Das Wunder mit den Tefillin, womit der Talmud, gewiss in spätererAusführung, den Ausdruck □בעל כנפי begründen will, ist blos aggadisch, wie schon Levy (a. 0.) bemerkt. Eine Ausführung über ,Elischa4 und seine ״Flügel“ gibt jetzt auch A. Schwarz in der Zeitschrift Magyar Izrael X, 14 ff. doch ist auch sie für mich historisch nicht zu gebrauchen. *) Schürer H, 658. . *) Mein Artikel in Jewish Enc. VII, 274. 4) Desgleichen das. II, 498. *) Ich verweise, der Kürze halber, auf L. Ginzberg in Jewish Enc. II, 495.