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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 254

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 254)
Language
German
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f1»ch dein Spruch der Alten1), 28* durchaus nur gemeindlich (בצבור, d. i. in einer ״Sjmagoge* von zumindest 10 Personen), nicht individuell (Ttri) gesprochen werden — sollte nicht auch hierin der Gemein- 8cbaft8cl1arakter des essenischen Gottesdienstes zu Tage treten? Wir werden es ähnlich auch bei חבר עיר finden! Die Gemeinschaft — ja, die ist wesentlich bei manch talmudischer Bestimmung. Im Talmud, wo wir soeben die Spuren des Essener-Ordens 29* so weitläufig verfolgen konnten, kommt auch ein anderer, jenem gewiss verwandter Orden vor, der aber in seinem wahren Wesen noch nicht erkannt wurde. Das liegt offenbar daran, dass all diese Dinge nur Residuen einer früheren Zeit sind, und im eigentlichen rabbinischen Zeitalter — wir meinen auch die Zeit dier Tannaiten — nicht mehr in lebendiger Kraft standen. So geht es uns mit den Standmannschaften*, mit den Essenern, mit חבר עיר und zuletzt auch mit כנפים, s0* dem wir uns jetzt zuwenden. Auch da ist zuvörderst der Ausdruck nicht klar, wie bei חבר עיר, und so musste auch das Verständnis der Sache darunter leiden. Was wurde nicht alles zur Erklärung von כנפים ausgesprochen und uiedergeschrieben2)! Es ist den Forschern nicht zu verargen, dass sie in erster Reihe an das bh. מד כנף Gewand3) oder an das ebenfalls bh. מפיס Flügel dachten4). Doch konnte es nicht fehlen, dass manche schon an die aramäische Wurzel כנף sammeln 1) S. den Aufsatz von Büchler in Revue des Etndes Juives LII1, 220—230; doch ergänzt mit der Bemerkung von Ginzberg a. G. 130 Anm. 1. 2) Ich verweise bloss aut L. Herzfeld, Geseh. des Volkes Jisrael II, 390 f. und auf Büch ler, Der galiläische A1n11־a־Ares des zweiten Jahrhunderts, Wien 1906, S. 168 f. (von da an nur als Büchler citiert), die alle bisher aufgetauchten Erklärungen registrieren und besprechen. Es ist merkwürdig, dass A* Geiger dieses ככפים nicht bespricht; er ahnte wohl seinen Zusammenhang mit unserem חכר עיר nicht. s1* *) So die Meinung Luzzattos (für die sich auch Büchler entschliesst), Indem er, nach Haggai II, 12, annahm, da^s, wer Opferfleisch nachhause trug es im Zipfel (כנף) seines Gewandes vor Unreinheit bewahrte; infolge dessen Sei auch die Pflicht des Händewaschens ככפים genannt worden. 4) Rasch!, Maimuni u. Andere; 8. auch Levy, Neuhebr. Wörterbuch II, 357. Danach soll ככפים — Hände sein (nach Jerem. II, 34). Herzfeld wendet gegen beide Erklärungen mit Recht ein, dass man danach den Nebenbegriff ״Hände“ und nicht den Hauptbegriff ״Waschen“ wiedergegeben hätte! Urne Art Erwiderung auf diesen Einwand findet sich bei A. Schwarz (s. nachstfolg. Anm.), doch bleibt die Sache noch weiter schwer.

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