Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 252)
- Language
- German
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tfras wir hernach ״Synagoge44 nennen und was wir in gewissem Betracht auch in unserem חבר עיר erblicken können. Eine Synagoge eigener, man darf wohl auch hier sagen: höherer Ordnung stellen gewiss auch die gottesdienstlichen Ver- Sammlungen der Essener dar. Mit diesem Orden müssen wir uns hier, aus mannigfachen Gründen, etwas näher befassen1). 23* Schon der Umstand, dass sie nach Philo vorwiegend in Dörfern lebten, was freilich nicht buchstäblich zu nehmen ist, bietet ein interessantes Seitenstuck zu der ״Stadt44, die lauter priesterliche Bewohner hat, und zu dem ״Stadtverbande44, von dem wir hier hauptsächlich sprechen. Die Essener hatten, besonders nach Plinius, eigene Niederlassungen and sind somit das beste Beispiel für eine Koinmunej die zugleich eine Kultgemeinschaft bildet. Ein Stück ihrer Organisation ergibt sich daraus, dass an der Spitze ihrer Gemeinschaften ״Verwalter“ (i/ufiähjToa) standen2), und das ist der Name von kommuaalen Beamten3), wie sie u. a. auch in talmudischen Schriften Vorkommen, wo sie offensichtlich vermögensrechtliehe Dinge zu vertreten haben4). Kann es, trotz dem ״Verwalter44, bezweifelt *) Auf die Quellen einzugehen, ist nicht nötig; es genügt, aut Schürer (II, 651—680) zu verweisen. ף Schürer II, 658. a) Erst jüngst hat H. Gressmänn in Theol. Literaturzeitung 1917 Sp. 154 anlässlich der Besprechung eines Werkes über die sinaitischen Inscliriften, betont, dass es im semitischen Staatswesen Dinge und Ämter gibt, die hernach religiösen Charakter erhalten haben, wo er auch auf die srnpä- Xfjttl bei den Essenern verweist; mit מבקרו — Censor, Prüfer in den sin. Inschriften ist es nach ihm ebenso, vgl. מבקר als Oberhaupt der jüdischen Sekte von Damaskus in Schechters Zadokitenschrift; s. auch ZDMG LVI, 491 ff. Vgl. nächstfolgende Anm. 4) Z. B. in T. Baba B. X, 5 (p. 412 ed. Zuckermandel) ״wenn einer der Brüder ein Gemeindekassierer (גבאי) °der Verwalter (אפומליטיס) geworden ist“ usw., wo das Wort גבאי schon an sich etwas ist, das aus dem kommunalen Leben ins kultische Leben der Gemeinde überführt. Sonstige Belege für das Lehnwort €7Uf1tjXr/€rjg s. in meinem Werke ,Lehnwörter“ II, 106. 459. 600, wozu noch יי! בומיטוס Midrasch Taunaim p. 220. 221 ed. Hoffmann komm!. Lateinisch würde curator entsprechen, vgl. L. Hahn, Rom und Romanismus im griechisch-römischen Osten, Leipzig 1906, S. 229. — Ein anderes Beispiel: nQ0iSQun\ das in der Form פלהדרותא als ein städtisches Amt von Palmyra vorkommt (ZDMG XLII. 392), erscheint in לשכת פרהדרין auch im Tempel zu Jerusalem (M. und T. Jorna I, 1) und ist allen Talmudisten wohlbekannt; es ist, nach b. Joma 8 b, offenbar identisch mit מ לשכת בלווטין Zelle der Rats-