Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
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200 den?1) Es wird gelehrt, dass sie deu Priestersegen allenfalls zu sprechen haben; ihr Segen gilt nun ״ihren Brüdern im Norden, ihren Brüdern im Süden, ihren Brüdern im Osten, ihren Brüdern im Westen“ (so ], während in b ganz prosaisch: den Brüdern auf den Feldern, d. i. wohl: den Brüdern auf dem flachen Lande, die nicht zur Stadt kommen können)2) 13*. Die ganze Angelegenheit ist schon darum von Wichtigkeit, weil sie zeigt, dass in einer gottesdienstlichen Handlung der Kreis von berufenen Funktionären — und dieser Kreis kann manchmal gar eng sein — seine Geltung ausübt3) auf einen Kreis solcher, die an dem Gottesdienste gar nicht teilnehmen, ja von seiner Abhaltung gar keine Kenntnis haben! Eine Gemeinde, die aus lauter Priestern besteht, kann gewiss als eine ״Synagoge“ höherer Ordnung bezeichnet werden 16*, und so verhält es sich auch mit dem Gottesdienst jener ״Standmannschaft“, von der wir gesprochen haben und von der vermutlich nur jeweils eine Deputation in Jerusalem anwesend war, die wohl in der ״Quaderhalle* ihren Gottesdienst hielt; der Gottesdienst, bestehend aus Gebet und Thoralection, ging parallel mit der Opferhandlung vor sich. Die Quaderhalle4), der Sitz der Mitglieder des Synedrions, war an sich schon eine höhere Synagoge. 17* Dasselbe lässt sich ungefähr von jedem Lehrhaus (בית המדרש) sagen, 18*in welchem, dem Lernen vorangehend oder nachfolgend, die Gebete gemeinsam verrichtet werden, denn eine solche Gemeinde besteht aus Lehrern und ihren gelehrten Schülern. Die Spur einer solch ״heiligen* Gemeinde aus Jerusalem besitzen wir noch in dunklen Andeutungen, die sich in der talmudischen Literatur erhalten haben5). Eine י) Büchler, Die Priester u. der Cultus etc. Wien 1895 S. 161 f., 178f. u. S. Klein, Beitr. zur Geogr. u. Gesch. Galiläas, Leipzig 1909, S. 4 sprechen in der Tat von Städten, die nur von Priestern bewohnt waren. 2) *•* In Num. K. sind aus der Frage zwei Sät?e gewor den, und die Be־ schränkuag: doch müssen zehn Israeliten da sein, die ״Amen“ sagen, ist wohl spater hinzugelügt. *) ־־ מוציאי[ ידי חובתן **י Wäre der technische Ausdruck. 4) Vgl. M. Tamid IV Ende, ferner die Art und Weise, wie in M. Taanith IV, I, 2 Priesterdienst und מעמדות zusammengestellt sind. Die Quaderhalle wird b. Joma 25 a als Basilika bezeichnet. Die Mitglieder des obersten Rats (Syned! ion) versammelten sich auch zum Gebete dort und bilden insoferne eine Parallele zu unserem ״Stadtverbande“. *) Nach b. Berakh. 9b ist R. Jose b. Eljakim der letzte, der in der Lage ist, einen synagogalen Brauch im Namen der heiligen Gemeinde (קהלא קדישא)