Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 248)
- Language
- German
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198 fügimg ״Stadt“ jeweils auf eine einzelne Stadt beschränkt. Die Stadt tritt hierdurch im religiösen und sozialen Leben des Judentums bedeutsam hervor, und man wird hierbei unwillkürlich an die grosse Rolle der ״Polis“ im griechisch-römischen Gemeinwesen gemahnt. Es soll damit, ebensowenig wie mit obigem zd xoivdv, an keine Nachahmung griechisch-römischer Sitte gedacht werdenj aber eine Analogie legt der betreffende Ausdruck jedenfalls nahe, und wir haben auf die verwandten Einrichtungen in der griechischen Welt schon darum hinzuweisen, weil diese, als die bekannteren, geeignet sind, die jüdischen zu charakterisieren und dem Verstandni8 näher zu bringen. Die Wirtschaft der Polis gehört in Palästina genau so zu den Erscheinungen der Zeit, wie anderwärts in der antiken Welt; politische und geographische Begriffe wie Decapolis*) und Pentapolis * 2) bezeugen das. Doch auch im jüdischen Religionsleben treffen wir eine Erscheinung an, die sich an die Stadt knüpft, wir meinen die Bestimmung in Mischna Bikkurim III, 2, wonach beim Hinaufführen der Erstlingshüchte nach Jerusalem die zu einer Standmannschaft (3(מעמד) gehörigen Bewohner der kleineren Orte (4 *(עיירלת) sich zusammenfanden in der ״Stadt“, d. h. im Hauptorte des betreffenden Maamad-Bezirkes, wo sie vorerst auf dem freien Platze übernachteten, um anderen Tags, nach Aufruf des führenden Beamten (ממתה), in grossem Jubel nach Zion zu ziehen. In diesem Beamten haben wir Gelegenheit, das erste Mal eine jener Personlichkeiten kennen zu lernen, 9* die offenbar au der Verwaltung der Stadt teil hatten. Wir verzeichnen diesen Punkt um so lieber, ף S. meinen Artikel in Jewish Enc. IV, 498. 2) Desgleichen daselbst*IX, 589. Ich verweise auch auf meine beiden Artikel: ״Die administrative Einteilung Palästinas in römischer Zeit“ und ,Territoriale Einteilung Palästiaas“ in Revue des Etudes Juives XLVI, 218— 236, bezw. lvi, 27—41; ausserdem auf הכרך העיר והכפר in העתיד Hb 1—50. s) Parallel mit den 24 priesterliehen und levitischen Dienstklassen war auch das israelitische Laienvolk in 24 Abteilungen gegliedert, von denen je eine wöchentlich als Vertretung des Volkes vor Gott ״stehen“ wollte, während das tägliche Opfer dargebraeht wurde. Vgl. Hamburger, RE für Bibel und Talmud II, 877 —880 im Artikel ״Opferbeistände“; auch Schürer II, 338r Wir gedenken dieser Einrichtung noch heute in unseren Gebeten; vgl. z. B. in Masaph für die Feiertage im Stücke ימלך רחמן und ausserdem finden sich מעמדות ln den grösseren Gebetordnungen. 4) Zur Definition von עיירות s* meinen Aufsatz in der Zeitschr. העתיד III, 1—50 und mein קדמוניות התלמוד (Odessa 1914) I, 30.