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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 240)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486307--6661-3493036
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190 eigentliche ברית אברהם, der die Gesamtheit der bereits offenbarten מצות umfasst. Wer nur das erste Gebot an sich erfüllt hat, ohne das zweite zu beachten und בשרירות לבו הרע wandelt, ist wohl ein מול בשר. aber er wird dennoch ein ערל לב genannt. Die Milo am Fleisch ist nur ein Zeichen, ein Symbol, eine Voraussetzung für die Milo des Herzens, die für jeden Jehudi die Lebensaufgabe bildet. Mit dem אות ברית an seinem Körper steht das jüdische Kind an der Schwelle der Bundeshalle, die das ganze jüdische Pflichtenleben in sich einschliesst. Mit diesem Bundeszeichen hat es sich so zu sagen nur die Eintrittserlaubnis erworben. Von jetzt an beginnt für den jüdischen Vater die Aufgabe, sein Kind in den eigentlichen ברית אברהם einzuführen, der da lautet להיות לך לאלקים ולזרעך אחריך, es zu einem wahren Jehudi zu erziehen, die מילת הלב an ihm zu vollziehen. Nach dieser Auffassung bezieht sich die ברכה להכניסו, die der Vater des Kindes spricht, nicht לשעבר, auf die bereits vollzogene Milo, sondern להבא, auf seine ihm nunmehr obliegende Erziehungsaufgabe. Dafür ist jetzt nach der Milo der richtige Zeitpunkt; denn sie ist ein Gelöbnis des Vaters, an seinem Kinde die jüdische Vaterpflicht zu erfüllen. Sinngemäss antworten dann darauf die Umstehenden mit dem Wunsche; .כשם שנכנס לברית כן יכנס לתורה לחופה ולמע״ם Im Anschluss hieran sei mir gestattet, ein 1בר מליצה anzufügen, welches ich bei einer ברית מילה vorgetragen habe. 0משנה ©י Sabbat 137b sagt: •*מל ולא פרע את המילה כאילו לא מל ״Wer die Milo ohne Peria macht, so ist das, wie wenn die Milo gar nicht vollzogen worden wäre.* Von dem bekannten R. Jehuda Ar je di Modena berichtet שם הגדולים s• v״> er habe einmal in seiner Gemeinde Venedig in einer Mahnrede an seine Zuhörer eine geistreiche Anwendung von zwei Bibelversen gemacht, indem er dem Zeitwort פרע die talmudische Bedeutung ״bezahlen4‘ unterlegte. Er begann seine Rede mit dem Bibelvers (Mischle 1,25): 0 •ותפרעו כל עצתי ותוכחתי לא אביתםie gewöhnliche Erklärung ist bekanntlich: ״Ihr zerreisset alle meine Ratschläge und meine Zurechtweisung wollet Ihr nicht annehmen.“ Auf Grund des Doppelsinnes des Wortes פרע» welches auch ״bezahlen“ heissen kann, gab er dem Vers eine andere Bedeutung. Er sagte zu seinen Zuhörern: ״Der Anstand und die gute Sitte erfordert es, dass man ein Geschenk nicht geringschätzig und verächtlich behandeln darfj um den Spender nicht za beleidigen. Da wundert es mich schon lange von Euch, dass Ihr als Männer von Bilduug and guter Erziehung, die auf Anstand grossen Wert legen, mein Geschenk gering achtet und meine Ermah-

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